Kaum war meine zweite Weltreise Geschichte zog es mich bereits wieder weg von daheim. Schliesslich habe ich ja noch über einen Monat Zeit ehe das Arbeitsleben wieder ruft. Bereits in Malaysia hatte ich für weniger als 200 Schweizer Franken 2 Flüge und 1 Nachtzugreise gebucht. Ziel war es endlich den umstrittenen Länderpunkt Monaco abzuhaken und die österreichische Bundesliga im zweiten Anlauf zu komplettieren.

Mit Easy Jet ging es am Freitag ausgeschlafen nach Nizza an der französischen Côte d’Azur. Mit dem Flughafenbus fuhr ich für 4 Euro in die City. Das Ticket gilt dann auf allen Linien der Lignes d’Azur, also auch bis Cap d’Ail, dem Grenzort unmittelbar vor Monaco.

Die Küste von Nizza.

Die enge Altstadt von Nizza.

Ohne Probleme fand ich die Wohnung von Riccardo, dem Couchsurfer bei dem ich die Nacht verbringen durfte. Riccardo stammt ursprünglich Rom und erwartete mich bereits mit leckerer Pasta und etwas Vino. Danach führte er mich etwas in der schönen Stadt herum. Wenig begeistert war er von Nizzas Einkaufsmeile:„Das ist die Globalisierungsstrasse. Hier kriegst Du alles was Du überall auf der Welt auch kriegst.“ meinte er.

Anschliessend brachte mich der überfüllte Bus entlang der Küste ins Fürstentum Monaco. Obwohl mein Ticket nur bis Cap d’Ail gültig war fuhr ich bis Monaco, das Stadion liegt ja unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Ich vertrieb mir die Zeit mit etwas Sightseeing und musste staunen wie hässlich der total verbaute Stadtstaat doch eigentlich ist. Selbst das Stade Louis II sieht genau gleich aus wie die restlichen Gebäude. Es befindet sich übrigens etwas erhöht auf dem Dach einer Tiefgarage, einer Sporthalle und einem Hallenbad.

Fussball, Monaco, Ligue 2, neuer Ground und Länderpunkt
23.03.12 AS de Monaco FC - LB Châteauroux
2:1 (1:0). 4'073 Zuschauer, Stade Louis II, Monaco

Für 5 Euro gab es ein Ticket in der Kurve. Doch spätestens seit dem Abstieg in die 2. französische Liga scheint sich niemand mehr für den einst so erfolgreichen Verein zu interessieren. Gut 4‘000 Zuschauer sollen es an dem kalten Abend gewesen sein. Ich hätte knapp 1‘000 geschätzt. Am Ende gewann die AS gegen LB Châteauroux mit 2:1, doch mit dem Aufstieg wird es dieses Jahr wohl nix.

Das Stade Louis II von aussen...

... und von innen.

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht offerierte Riccardo mir Kekse und 2 richtige italienische Espressi zum Frühstück ehe es mit dem Bus zum Flughafen ging. Dieses Mal aber für lediglich 1 Euro, denn der normale Bus (59 und 70) hält nur wenige Meter vor dem Flughafen am Boulevard d’Anglais, gesagt wird dies den Touristen natürlich nicht.

Obwohl ich mit TUIfly gebucht hatte stand am Terminal 1 eine Maschine der Airline NIKI bereit. Eigentlich ein Glücksfall, denn vom Check-In welcher keine 20 Sekunden dauerte über die Freundlichkeit der hübschen Flight Attendants und die Zweiersitzreihen bis hin zum leckeren und kostenlosen Sandwich gab es bei dieser Vorzeige-Günstigairline nun rein gar nichts auszusetzen. Sogar rund 20 Minuten zu früh setzten wir in Wien-Schwechat auf und aus den Boxen ertönte die inoffizielle österreichische Nationalhymne „I am from Austria“ von Reinhard Fendrich.

Mit der S-Bahn ging es erst einmal zum Südbahnhof, von dem ich wusste dass er momentan „umgebaut“ wird. Das wollte ich mir doch einmal anschauen. Doch dort wo sich früher Sandler und Dealer rumtrieben und die Züge nach Bratislava und Prag fuhren klafft momentan eine riesige Baugrube. Daneben befindet sich ein provisorischer Bahnhof. In Zukunft wird hier der neue Wiener Hauptbahnhof stehen.

Über Meidling ging es weiter nach Wiener Neustadt, dem wir bereits vor 2 Jahren einen Besuch abstatteten. Leider wurde das Spiel damals kurzfristig abgesagt. Grund dafür war starker Nebel. Da die für 21 Euro (Einzelzimmer mit Frühstück) gebuchte Jugendherberge in der ehemaligen Gestapo-Zentrale nur von 17:30-19:30 Uhr zum Check-In lädt erkundigte ich die wunderschöne Altstadt und fing an bei herrlichem Frühlingswetter am Hauptplatz die verbleibenden Blogeinträge zu schreiben.

Wiener Neustadt.

Fussball, Österreich, Bundesliga, neuer Ground
24.03.12 SC Wiener Neustadt - SV Ried
1:1 (0:0), 1'700 Zuschauer, Wiener Neustädter Stadion, Wiener Neustadt

Nachdem ich endlich einchecken konnte marschierte ich die rund 2.5 Kilometer zum Stadion, welches abgesehen von der Haupttribüne ziemlich provisorisch daherkommt. Der geplante Neubau dürfte nach dem Ausstieg des Hauptsponsor Magna wohl auch nicht mehr realisierbar sein. Bekannt wurde das Stadion übrigens nicht durch Fussball sondern durch den Grossen Preis von Österreich in der Motorsportart Speedway. Doch seit dem Aufstieg des SC finden keine Rennen mehr statt.

Das städtische Stadion in Wiener Neustadt.

Die Heimkurve.

Zu Spielbeginn fanden sich etwa 1‘700 Zuschauer ein, davon überraschend wenige aus Oberösterreich. Da die Gäste aus dem Innkreis als drittplatzierte sogar noch gute Chancen auf den Titel haben hätte ich an einem Samstagabend deutlich mehr als die rund 50 Nasen erwartet. Doch auch die Fanszene von Wiener Neustadt gab ein trauriges Bild ab. Immerhin wurden die 30 Teenies zwischendurch überraschend laut und als kurz vor schluss der Ausgleich für die Gastgeber fiel wurde das Team noch einmal so richtig angefeuert.

Nach einer geruhsamen Nacht im Einzelzimmer schleppte ich mich um 8:00 zum Frühstück. Es waren zwar einige Leute im Frühstückssaal, doch es war mucksmäuschenstill, denn es handelte sich dabei um eine Gehörlosenfussballmannschaft aus dem deutschen Ludwigsburg. Nach einer kräftigen Dusche machte ich mich auf zum Bahnhof, von wo es mit dem Regionalzug nach Ungarn ging.

Am Bahnhof Sopron wurde erst einmal Geld gewechselt, eine Fahrkarte gekauft und etwas im kostenlosen WiFi gesurft. Dann brachte mich die Raaberbahn für 1‘680 HUF  nach Győr.

Fussball, Ungarn, Nemzeti Bajnokság 1, neuer Ground
25.03.12 Győri ETO FC - Paksi FC
4:1 (0:0), ca. 2'000 Zuschauer, ETO Park, Győr

Nachdem ich etwas im schönen Städtchen an der Raab herumschlenderte lief ich die ordentliche Strecke zum Einkaufszentrum ETO Park. Das Stadion von ETO Győr und die Shopping Mall wurde nämlich zusammen gebaut. Für 1‘000 HUF gab es einen Sitzplatz auf der Gegengeraden. Schon beim Betreten des Stadions musste ich mich etwas gedulden: „Police, no good, bomb…“ probierte ein Ordner zu erklären. Nach 2 Minuten durfte ich dann doch rein und holte mir erst einmal ein Bierchen. Doch da kamen plötzlich Beamte mit Spürhunden: „Finish, bomb, go home!“ hiess es diesmal. Das Stadion wurde also aufgrund einer Bombendrohung geräumt. Wann und ob angepfiffen würde wusste niemand so genau.

Die Raaberbahn in Sopron.

Die Innenstadt.

Vor dem Stadion lernte ich den englischen Groundhopper Stephen und seine Frau kennen. Sie waren auf Urlaub in Budapest und fuhren von dort aus zum heutigen Spiel. Gemeinsam beschlossen wir in der Eckkneipe auf weitere Infos zu warten. Irgendwann hiess es dann das Spiel würde um 18:00, also mit 2 Stunden Verspätung angepfiffen werden.  Wir betraten das Stadion also noch einmal, aber nicht ohne dieses Mal von einer Spezialeinheit des Militärs durchsucht zu werden.

Der ETO Park.

ETO Park.

Das Spiel, welchem Stephens Gattin mit Kopfhörern im Ohr beiwohnte war gar nicht so übel, fielen doch immerhin 5 Tore. Fantechnisch war jedoch kaum etwas erwähnenswert, schon gar nicht was die Gäste angeht. Mit dem Bus schaffte ich gerade noch den Anschluss an den altbewährten Euronight „Wiener Walzer“, der mit der üblichen Verspätung zwischen Budapest und Zürich verkehrt. Mein Schlafwagen wurde allerdings erst in Wien angehängt. Über Nacht erreichte ich also wieder die Schweiz, mit immerhin 3 ansehnlichen Grounds im Gepäck.

Weitere Fotos findet Ihr unter: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3717006651794.2174233.1474587722&type=1&l=d4d8ef913f

Noch bevor es endgültig nach Hause ging war ein dreitägiger Aufenthalt in Grossbritannien geplant. Direkt nach unserer Ankunft in London-Heathrow fuhren wir mit dem kostenlosen Bus zum Ibis Hotel direkt neben der Startbahn des grössten Flughafen Europas. Hier hatte ich mich schon im Juni letzten Jahres wohlgefühlt und die 103 GBP die wir für die Nächte bezahlten waren auch ein Schnäppchen.

Da wir wie erwartet noch nicht einchecken konnten fuhren wir mit dem Bus vom Flughafen nach Windsor, welches ungefähr 40 Minuten entfernt liegt. Die Hauptattraktion des kleinen Städtchens ist natürlich das riesige Windsor Castle, einer der Wohnsitze der Königin. Doch auch ohne die 18 GBP Eintritt zu berappen lohnt sich ein Ausflug in die malerische Altstadt an der Themse.

Schwäne auf der Themse in Windsor.

Windsor.

Der Nachmittag wurde damit verbracht gegen den Jetlag anzukämpfen. Dies taten wir indem wir uns im Hotelfernsehen reinweise Hartz IV-TV-Sendungen reinzogen. Unglaublich was für Müll RTL den ganzen Tag sendet. Dann war endlich Schlafen angesagt.

Nach dem wahnsinnigen Frühstücksbuffet, welches es für 7.50 GBP zusätzlich gibt fuhren wir mit der Tube in die Stadt. Nach dem üblichen Bummel der Themse entlang zum Borough Market fuhren wir schliesslich nach Fulham, wo das nächste Fussballspiel auf uns wartete. Die Zeit bis zur ausverkauften Partie zwischen Fulham und Swansea, dem ersten walisischen Team in der englischen Premier League vertrieben wir uns mit Rugby in einem Pub unweit des Stadions.

Fussball, England, Premier League, neuer Ground
17.03.12 Fulham FC - Swansea City FC
0:3 (0:1), 25'690 Zuschauer (ausverkauft), Craven Cottage, London

Das altehrwürdige Craven Cottage, das Heimstadion von Fulham liegt nicht allzuweit vom grossen Konkurrenten Chelsea entfernt. Doch an den Charme dieses Stadions kommt die Stamford Bridge nicht heran. Die Haupttribüne ist mit einer Backsteinfassade versehen, die Garderoben liegen in einem externen Häuschen und die Plätze sind so nahe am Spielfeld wie es in der Schweiz undenkbar wäre.

David auf dem Borough Market.

Die Backsteinfassade des Craven Cottage.

Das Garderobenhäuschen.

Craven Cottage

Zu gefallen wussten die gut 2‘000 mitgereisten und lautstark singenden Supporter aus Swansea. Die Fulham-Fans hingegen blieben stumm, was wohl auch an der deftigen Niederlage liegen könnte.

Nach dem Spiel tranken wir ein paar Pints im Pub „Eight Bells“, wo wir auf einige Schweizer trafen. Sie stammten vom Ruderclub Baden und nahmen am Nachmittag an einem Ruderwettbewerb teil. Im Pub hing sogar ein Artikel über sie da ihr Boot auf den Namen des Pubs getauft wurde.

Etwas traurig stimmte es mich schon dass ich an diesem 17. März, dem irischen Nationalfeiertag St. Patrick’s Day zum ersten Mal nach 4 tollen Jahren nicht in Irland war. Zumal die Suche nach einem vorher auserwählten Irish Pub leider erfolglos blieb.

Weiter ging es am nächsten Morgen mit dem Bus. Genauer gesagt mit dem Megabus. Das Low Cost Busunternhmen brachte uns nämlich für 16 GBP nach Cardiff und zurück. Genau 2 Stunden brauchte der Fahrer für die Strecke nach Wales, wo die ganze Stadt noch in Katerstimmung war. Tags zuvor gewann Wales nämlich das prestigeträchtige Rugbyturnier Six Nations.

Fussball, Wales, Football League Championship, neuer Ground
18.03.12 Cardiff City FC - Burnley FC
0:0 (0:0), 21'276 Zuschauer, Cardiff City Stadium, Cardiff

Dies war auch den Spielern des Cardiff City FC anzumerken. Da auch die Gegner aus Burnley nicht mehr zeigten blieb es bei einem langweiligen 0:0. Das neue Stadion von Cardiff City FC befindet sich auf dem Gelände des alten Ninian Park und ist ein typischer moderner All Seater. Positiv zu erwähnen wäre die Live Musik im Stadioninnern und das lokale Ale das am Zapfhahnen ausgeschenkt wird.

Die Innenstadt von Cardiff.

Cardiff City Stadium

Im Stadioninnern.

Am Montag verliessen wir dann die britische Insel bei strahlendem Sonnenschein. Doch nach dem kostenlosen Flug den wir uns mit den Flügen davor verdient hatten erwartete uns neben meinen Eltern so richtiges Scheisswetter bei der Ankunft in Zürich-Kloten. Und schon vermissten wir Asien wieder…

Weitere Fotos findet Ihr unter: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3662068078364.2173105.1474587722&type=3&l=c81884f4d9

Vor und nach unserem Abstecher nach Myanmar verbrachten wir noch einige Tage in Thailand. Da der mehrwöchige Massagekurs den Evrim hätte besuchen wollen offenbar doch nicht das Gelbe vom Ei war trafen wir auch sie wieder im Happy House an. Wir beschlossen zusammen auf die unweit von Bangkok in einem Naturschutzgebiet gelegene Insel Ko Samet zu fahren. Da die Botschaft von Myanmar genau in dieser Zeit wegen 2 Feiertagen und dem Wochenende ziemlich oft geschlossen hatte blieben uns gerade mal 2 Nächte um aus dem alles verschlingenden Moloch Bangkok zu fliehen. Zu wenig befanden wir und entschieden uns stattdessen in das nur 2 Stunden entfernte Pattaya zu fahren. Dort gibt es ja schliesslich auch Strand.

Strand in Pattaya.

Immerhin der Pool war in Ordnung.

Mannschaftspräsentation von Pattaya United FC.

Pattaya wurde dann auch  bald zu dem Ort in Thailand erkoren, an den wir mit Sicherheit nicht zurückkehren werden. Selten habe ich so viele kaputte Leute gesehen, meistens Deutsche oder Russen. Der Sextourismus läuft hier zur Höchstform auf und den engen, mit Liegestühlen zugepflasterten Strand kann man sich getrost schenken.

Zu allem Übel war unser 4-Sterne-Hotel „Pattaya Central Hotel“, welches wir für einen stattlichen Betrag über ein Reisebüro vor Ort gebucht hatten schlichtweg unter aller Sau, doch Alternativen gab es kaum mehr. In der ersten Nacht, noch bevor David nach Hause kam spürte ich einen starken Juckreiz am Rücken. Ich wachte auf und sah dutzende Bettwanzen die aus allen möglichen Verstecken kamen. Nach dem Zimmerwechsel (der auch bei Evrim nötig war) war es dann David der die Viecher bei sich im Bett entdeckte. Auch ein drittes Zimmer das wir angeboten bekamen war voll mit den kleinen Parasiten. „Es sei eben gerade Saison…“ hiess es an der Rezeption. Wir hatten genug und checkten aus, notabene um 3:00 morgens. Doch Geld wollte man keines herausrücken. Erst als wir mit der Polizei drohten bot man uns schliesslich die Junior Suite an, welche dann zum Glück sauber war. Doch ruhig schlafen war nach dem ganzen Theater nicht mehr so einfach.

Am Morgen teilten wir uns den Frühstückssaal ausschliesslich mit Russen, welche in gewohnter Manier Berge von Nahrungsmittel auf ihre Teller schaufelten. Licht gab es keines im Saal, da schlichtweg den ganzen Morgen kein Strom vorhanden war. Nichts wie weg aus Pattaya.

Das wurde auch endlich Zeit.

Sieht doch schon besser aus.

Die letzten Tage wurden dann noch im Happy House rumgegammelt und die letzten Kleinigkeiten erledigt. Dann folgte der Abschied von Asien. Bei British Airways gab es dieses Mal leider kein Upgrade, doch auch so erreichten wir London relativ ausgeschlafen am frühen Morgen.

Rückblende: Da wir aus Indien frühzeitig abreisten mussten wir einen zweiten Rückflug buchen. Glücklicherweise änderte Air Asia die Abflugzeit des ursprünglich gebuchten Fluges, so dass wir den Flugpreis in Form eines Online-Guthabens zurückerstattet bekamen. Mit einer kleinen Zuzahlung konnten somit Hin- und Rückflug von Bangkok nach Yangon, die mit mehr als 4 Millionen Einwohnern grösste Stadt Myanmars gebucht werden.

Das Expressvisum hatten wir 2 Tage zuvor auf der Botschaft in Bangkok für 1‘260 THB besorgt. Wer sich das antut sollte schon vor den Bürozeiten dort sein, denn die Schlange war lang, sehr lang. Der Flug verlief nicht gerade problemlos. In Bangkok durften wir erst nicht starten da noch keine Landeerlaubnis für Yangon vorlag. Sekunden bevor der Vogel  schliesslich den Boden berührte startete der Pilot durch und dreht eine Extrarunde. Grund war starker Rauch der die Sicht auf dem Flugfeld massiv einschränkte.

Sammeltaxi am Flughafen

Irgendwann hatten wir die relativ zügige Einreisekontrolle hinter uns und wechselten direkt am Flughafen etwas Geld. Geldautomaten gibt es in Myanmar keine. Akzeptiert werden nur brandneue USD-Noten, ohne Knick, ohne Riss, ohne Markierung und nur solche ohne Rahmen um den Präsidentenkopf. Auch gewisse Seriennummern werden gemieden. Für kleine Noten gibt es weniger Kyats (ausgesprochen Dschats)  als für 100er. Inzwischen ist der offizielle Wechselkurs der Banken nur noch minim tiefer als jener der Schwarzwechsler (1 USD = ca. 815 MYK). Es lohnt sich also nicht mehr das mühsame und risikoreiche Wechselritual auf der Strasse über sich ergehen zu lassen. Für die brandneuen USD-Noten bekommt man übrigens eine handvoll zerknitterter, zerrissener und stinkender Kyat-Noten. Münzen gibt es keine.

Statt 10 USD für ein Taxi zu zahlen liessen wir uns an der Touristeninformation einen Stadtplan geben und fuhren für insgesamt 250 MYK zu Sule-Pagode im Zentrum. Nachdem das erste Gästehaus nicht überzeugen konnte liessen wir uns für die kommenden 4 Nächte im Okinawa Guesthouse nieder, auch wenn der Preis mit 17 USD für das Doppelzimmer ohne Bad ganz klar zu hoch war. Auszupacken hatten wir nicht viel, da wir nur unser Daypack mit dem nötigsten Zeugs mitgenommen hatten.

Die Sule-Pagode.

Eine Kirche nahe des Stadions.

Wir orientierten uns erst einmal etwas im Zentrum und bald fingen auch unsere Mägen an zu knurren. In einer Nudelstube wurden wir freundlichst empfangen und mit leckeren Nudeln, Suppe, Salat und Tee versorgt. Kostenpunkt: 700 MYK. Das Preisniveau des Landes wusste zu gefallen. Auf dem Tisch standen jede Menge leckerer Kuchen herum, welche es für 300 MYK gab.

Lecker Nudeln.

Bereits am ersten Tag fiel uns die Freundlichkeit der Menschen auf, welche noch nicht wie in anderen südostasiatischen Ländern durch den Tourismus verdorben sind. Überhöhte Preise findet man eigentlich nur bei den Taxifahrern und bei staatlichen Einrichtungen. Nervig sind lediglich die zahlreichen Inder welche einen im Minutentakt anquatschen.

Interessant ist dass Myanmar, welches früher Burma beziehungsweise Birma hiess irgendwann in den 70er-Jahren von Links- auf Rechtsverkehr umstellte, die uralten klappernden Karren jedoch noch aus der Epoche davor stammen und somit von der rechten Seite gelenkt werden. Auch sonst liefern die Strassen Yangons ein interessantes Bild ab. Es erinnert mehr an Indien als an andere südostasiatische Staaten, ist jedoch nicht annähernd so schlimm.

Am Freitag gönnten wir uns erst ein paar Bierchen in einer Kneipe im Bogyoke Aung San Stadium, dem grossen, alten Stadion mitten im Zentrum. 600 MYK kostet das Glas, 1‘500 MYK die grosse Flasche des einheimischen Gerstensaftes der den Namen den Landes trägt. Die Kneipenbesitzer hatten sichtlich Freude an uns gaben sich Mühe das Musikprogramm nach unserem Gusto zu gestalten, allerdings mit mässigem Erfolg.

Auch der angrenzende Zoo und der davorliegende Vergnügungspark wurden besucht. Der Zoo war nicht ganz so übel wie erwartet, doch manche Tiere vegetieren wirklich nur noch vor sich hin. Ein geschmacklicher Tiefpunkt wurde in Form von Durian-Glacé (Stinkfrucht) erreicht.

Fussball, Myanmar, Myanmar National League, neuer Ground und Länderpunkt
09.03.12 Zwekapin United FC – Mawyawadi FC
0:1 (0:1), ca. 600 Zuschauer, Bogyoke Aung San Stadium, Yangon 

Die oben erwähnte Biermarke ist zugleich Titelsponsor der nationalen Fussballmeisterschaft. Wir entschieden uns ganz willkürlich für die Partie Zwekapin United FC  gegen Mawyawadi FC. Für 1‘000 MYK Eintritt gab es ein schönes Tickets und einen Sitzplatz auf der Haupttribüne. Nun konnten auch endlich die Fotos vom Stadion geschossen werden die uns tags zuvor verweigert wurden. Das Niveau des Spieles war nicht schlecht, fantechnisch gibt es jedoch nichts zu berichten. Das Highlight waren wohl die Einheimischen die mit Bierkönig- und Bundesligashirts im Stadion sassen. Jetzt wisst Ihr wo die Altkleiderspenden hinkommen.

Die Haupttribüne im Bogyoke Aung San Stadium.

Die Haupttribüne im Bogyoke Aung San Stadium.

Die Nächte im Okinawa Guesthouse waren bestimmt nicht die angenehmsten. Die uralte Klimaanlage kam erst nach Stunden so richtig auf Touren. Ein dringend benötigtes Moskitonetz gab es erst auf Verlangen und die Duschen verdienten den Namen bestimmt nicht. Lediglich das inbegriffene Frühstück war lecker, jedoch etwas wenig.

Fussball, Myanmar, Myanmar National League, neuer Ground
10.03.12 Magwe FC – KBZ FC
1:2 (0:1), ca. 600 Zuschauer, Thuwunna YTC Stadium, Yangon

Der Samstag verlief nach dem gleichen Schema: Essen, Bier trinken und ab zum Stadion. Dieses Mal aber zum anderen grossen Rund, dem Thuwunna YTC Stadium, dem Nationalstadion Myanmars. Die Fahrt dorthin wollten wir eigentlich mit der Eisenbahn bewältigen, doch der Fahrplan der Circular Line (1 USD pro Fahrt, im besten Fall für den ganzen 3-stündigen Rundkurs) meinte es nicht gut mit uns, weshalb wir für 2‘500 MYK auf ein schrottreifes Taxi umstiegen.

Vor dem Stadion, welches irgendwo in der Pampa liegt laberte uns gleich ein unfreundlicher Strassenjunge an. Obwohl wir im sogar ein Bier ausgaben wollte er weiterhin Geld von uns. Es gipfelte darin dass er uns vorgab Ticketverkäufer zu sein. Es schien uns schon etwas komisch dass er uns an den Ticketschaltern vorbeischleuste, obwohl wir ihm klar verständlich machten dass er ohne Ticket kein Geld sehen würde. Und kaum sassen wir im Stadion wurde die hohle Hand hingehalten. Noch einmal: Du Ticket, wir Geld. Irgendwann kam der „offizielle Ticketverkäufer“ dann noch mit 2 Papierschnipseln an die er wohl vom Boden aufgelesen hatte.

Das Spiel zwischen Magwe FC und KBZ FC wurde erst gegen Ende spannend. Trotz einem Mann weniger gelang KBZ noch der Ausgleich und in der 98. Minute gar der Siegestreffer. Stimmung: Fehlanzeige.

Im Thuwanna YTC Stadium.

Am Sonntag folgte noch ein Besuch bei der Hauptsehenswürdigkeit Yangons, der Shwedagon-Pagode. Von aussen hat man eigentlich alles gesehen, der massiv übertriebene Eintrittspreis, welcher nur für Touristen erhoben wird wurde genau aus dem Grund verweigert.

Die Shweda-Pagode.

Altes Holzhaus in der Innenstadt.

Mit dem Taxi ging es für 8 USD am frühen Montagmorgen wieder zum Flughafen. Die Ausreisegebühr von 10 USD musste nicht mehr bezahlt werden und den Kaffee für 5 USD liess ich mal schön sein. Mit massiver Verspätung landete Asiens pünktlichste Airline schliesslich wieder in Bangkok, von wo es mit dem Stadtbus für 39.5 THB wieder ins Happy House ging.

Weitere Bilder aus Myanmar gibt es hier:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3562435067601.2171037.1474587722&type=3&l=6febbba6b0

 

Kaum aus dem Zug ausgestiegen kamen auch schon die ersten Tuk Tuk-Fahrer, welche uns laminierte Preislisten für die Fahrt zur Freundschaftsbrücke unter die Nase hielten. 2 jungen Spaniern mussten wir gleich mal erklären wie das läuft und dass die 100 THB die sie beinahe bezahlt hätten viel zu viel seien. Wir einigten uns auf 15 THB pro Nase (immer noch zu viel), doch wenn wir gewusst hätten dass die Brücke so nahe ist hätten wir auf ein Fahrzeug verzichtet.

An der Freundschaftsbrücke, bei der der Mekong die Grenze zwischen Thailand und Laos markiert gab es den Ausreisestempel Thailands. Mit dem Bus ging es für 20 THB über die Brücke. Interessant war die Kreuzung auf der laotischen Seite, denn dort wurde von Links- auf Rechtsverkehr gewechselt.

In Laos wollten wir uns erst einmal ein Visum für 36 USD holen. Bei den beiden Iberern klappte das auch ganz normal, doch uns wollte die Dame am Schalter keines geben. Nicht weil wir keines bekommen würden, sondern weil wir auf unserem Antrag als Aufenthaltsdauer 14 Tage angegeben hatten, und Schweizer brauchen, anders als EU-Bürger, für Aufenthalte bis 14 Tage kein Visum. Da wir eben 36 USD gespart hatten zahlten wir die 40 THB „Einreisegebühr“ doch gerne.

Und da war auch die Tuk Tuk-Mafia wieder, dieses Mal mit laotischen Nummernschildern. Wir entschieden uns jedoch für den öffentlichen Bus, welcher uns für 20 THB relativ zügig ins Zentrum der 22 Kilometer entfernten Hauptstadt Vientiane brachte.

Der erste Eindruck von Laos war durchaus positiv. Hier steckt der Tourismus (je nach Stadt) noch in den Kinderschuhen, die ohnehin nicht aufdringlichen Händler akzeptieren ein Nein und Vientiane ist auf jeden Fall die ruhigste und nach Singapur wohl auch sauberste Hauptstadt Südostasiens. Leider gehört das Land auch zu den ärmsten der Welt.

Wir verabschiedeten uns von den Spaniern welche sich mit dem wohl billigsten Dorm der Stadt zufrieden gaben und suchten uns ein Zimmer. In einem edlen Hotel wurde uns das Zimmer für 34 USD angeboten (inkl. Frühstück). Dies wäre eigentlich ein Tagesbudget, doch irgendwie wollten wir uns wenigstens eine Nacht in dieser Traumherberge gönnen. Vom Frühstücksbuffet durften wir uns gleich bei der Ankunft bedienen (oder besser gesagt: Wir wurden bedient).

Nach ein paar Stunden Schlaf dann der Schock. Die Lao League, die oberste Spielklasse des Landes sollte nicht wie erwartet im Nationalstadion vor der Haustüre sondern im 16 Kilometer entfernten neuen Nationalstadion spielen. Paarungen oder Anspielzeiten gab es keine, nur einen Rahmenspielplan vom Verband.

Wir marschierten also erst einmal zum alten Nationalstadion, wo eigentlich alles nach Spielbetrieb aussah. Doch man wollte uns nur das Spiel zwischen den Botschaftern von Laos und Vietnam schmackhaft machen. Auch hier hiess es „Lao League, KM 16-Stadium“. Immerhin erklärte man uns dass am Samstag und Sonntag die neugegründete zweite Liga, die University League hier spielen sollte.

Unser Hotelpage rief uns auch gleich ein Tuk Tuk. Dies hätte er besser nicht machen sollen, denn der Tuk Tuk-Fahrer der ständig vor dem Hotel wartet fühlte sich natürlich übergangen, zumal er direkt am Stadion wohnt. So einigten wir uns bevor die beiden aufeinander los gingen auf eine Abfindung für die Anfahrt für Fahrer 1 und einen viel zu hohen Betrag für die Fahrt zum Stadion und zurück für Fahrer 2.

Fussball, Laos, Lao League, neuer Ground und Länderpunkt
17.02.12 Ezra FC – SIAW FC
9:2 (8:1), ca. 120 Zuschauer, New Laos National Stadium, Vientiane

Am Stadion wurde tatsächlich um 15:00 ein Spiel der obersten Liga angepfiffen. Die Anzeigetafel war sowohl in Krakelschrift als auch in lateinischen Buchstaben, weshalb die mühsame Fragerei nach den Namen der Teams entfiel. Unser Fahrer war kurz zuhause um etwas zu trinken oder ein Nümmerchen zu schieben und gesellte sich währen dem Spiel zu uns ins Stadion, der Eintritt war ja frei. Er schwärmte von den ausverkauften Spielen währen den Südostasienspielen 2009 (deshalb wurde das sehr ansehnliche Stadion gebaut) und fragte sich wohl immer wieder warum sich Europäer so einen Rotz anschauen.

Das neue Nationalstadion in Vientiane.

Uns fussballbegeisterte Tuk Tuk-Fahrer.

Zurück in der Stadt wurde erst einmal gut und lange geschlafen, aber nicht zu lange, sonst hätten wir ja das leckere Frühstücksbuffet verpasst welches die hübschen Laotinnen zubereitet hatten. Anschliessend suchten wir uns ein billigeres, aber trotzdem schönes Zimmer (130‘000 KIP inkl. Frühstück, 1 CHF = ca. 8‘900 KIP) und liefen noch einmal zum alten Nationalstadion.

Fussball, Laos, University League, neuer Ground
18.02.12 Kavin College – Subphavisa College
2:1 (2:0), ca. 400 Zuschauer, Laos National Stadium, Vientiane

Ein hilfsbereiter Student der vermutlich lieber eine Studentin wäre notierte uns die Paarungen und so gönnten wir uns bis zum Anpfiff das eine oder andere Beerlao (Nationalbier) während David die Nachwuchstalente im nationalen Tenniscenter bestaunte.

Im alten Nationalstadion.

Die Bierflasche kam dann auch gleich mit ins Stadion, wo sich bereits etwa  400 Studenten zweier Universitäten die Seele aus dem Leib schrien. Am Megafon standen übrigens Vorsängerinnen, welche nebst Schlachtrufen auch mal die eine oder andere Jennifer Lopez-Imitation zum Besten gaben. Das Spiel war vom Niveau gar etwas besser als jenes vom Vortag, verdient es aber kaum näher darauf einzugehen.

Nachdem das Thema Fussball in Laos abgehakt war widmeten wir uns den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zu denen zählt vor allem das Siegestor Anousavari, welches stark an den Arc de Triomphe in Paris erinnert. Für 3‘000 KIP durfte man die Plattform besteigen, welche ein schöne Aussicht auf die Hauptstadt bietet. Rund um den Bogen befindet sich ein Park in dem sich die Bevölkerung zu allerlei Aktivitäten oder einfach zum Relaxen trifft. Etwas weiter hinten befindet sich der World Peace Gong.

Der Anousavari.

Blick vom Anousavari.

Wir marschierten weiter nordöstlich und erreichten den That Luang, den erwürdigen Stupa, das bedeutendste religiöse Symbol des Landes. Ein wunderschöner goldener Stupa, umringt von einer Reihe Vats (Tempeln). Vor dem That Luang befindet sich ein riesiger Platz auf dem vermutlich Paraden abgehalten werden.

Der That Luang.

Am Ufer des Mekong.

Den Abend liessen wir bei gutem Essen und Beerlao während des Sonnenuntergangs am Mekong ausklingen. Der Mekong ist momentan ein ganzes Stück von der Hauptstrasse entfernt, doch während der Regenzeit klopft der gewaltige Strom an die Haustüren der Bewohner.

Nach 3 Nächten in Vientiane fuhren wir mit einem Minibus nach Vang Vieng (35‘000 KIP). Wir dachten dies wären die schlimmsten Strassen gewesen die es gibt wurden aber im Verlauf der Woche eines Besseren belehrt. Ansonsten war die Fahrt eigentlich ganz angenehm.

In Vang Vieng suchten wir uns ein schönes Gästehaus in der Nähe des Flusses und wurden im Grand View Guesthouse für 100‘000 KIP pro Zimmer/Nacht fündig. Nebst einem riesigen Zimmer gehörten auch ein Balkon und blitzschnelles WiFi zu Ausrüstung dieser schönen Unterkunft. Wir erinnern uns immer wieder gerne daran zurück mit welchen Absteigen wir uns vor 3 Jahren zufrieden gaben. Für nur etwas mehr Geld gibt es manchmal halt schon massiv schönere Zimmer.

In Vang Vieng kann man nebst einigen Ausflügen für die besonders Aktiven genau 2 Dinge machen: Saufen oder Tubing. Hier bleibt aber hinzuzufügen dass Tubing eigentlich nichts anderes als ein anderer Name für Saufen ist. Doch dazu später. Da schon Abend war liessen wir uns noch zu einem kostenlosen Whiskey Bucket (Eimer) in der Bucket Bar überreden. Und wen trafen wir dort? Die zwei Spanier, total pleite an einem Gratis-Bucket rumnuckeln. Wir hatten Erbarmen und luden sie auf das eine oder andere Getränk ein, kostete ja kaum etwas. Und schon war wieder früher Morgen und der Schädel tat weh.

In der Bucket Bar.

Nun ging es zum Tubing. Für 115‘000 KIP (davon 60‘000 KIP Depot für den Tube) wurde man per Tuk Tuk zum Startpunkt etwa 4 Kilometer vom Zentrum gebracht und konnte sich in einem Tube (LKW-Schlauch) den Fluss hinuntertreiben lassen. Unterwegs bieten rund 15 Bars Musik und Hochprozentiges. Nun ja, wir sind genau 100 Meter gekommen, denn die ersten 4 Bars sind das Epizentrum. Der Tube und somit auch das Depot war schnell vergessen und bis in den Abend wurde ausgiebig gefeiert.

Am nächsten Tag wiederholte sich das Ganze (dieses Mal natürlich gleich ohne Tube). Auch wer keinen Alkohol trinkt sollte sich das Tubing nicht entgehen lassen, denn sowohl die kultigen Bars als auch der ruhige, klare Fluss sind definitiv einen Besuch wert.

Die unnötigen Ringe.

Relaxen und Bier trinken.

Trinkspiele gehören auch dazu.

Bodypainting mal anders.

Nachdem unser Körper durch die üblichen Symptome um Hilfe schrie liessen wir den letzten Tag ruhig angehen und besuchten eine unspektakuläre Höhle nahe der Stadt und genossen einfach die wunderschöne Landschaft um Vang Vieng. Denn auch wenn 90% der Touristen wegen der Party hier sind ist man doch innert wenigen Fussschritten an einem total ruhigen Ort und kann die unglaublichen Lichtverhältnisse auf sich wirken lassen.

Wunderschöne Landschaften.

Sonnenuntergang.

Mit einem weiteren Minibus fuhren wir schliesslich innert etwa 6 Stunden für 105‘000 KIP nach Luang Prabang. Die wohl bekannteste Touristenstadt von Laos und Weltkulturerbe mussten wir uns hart verdienen, denn die meist unasphaltierten Bergstrassen waren der Horror.

Luang Prabang enttäuschte uns jedoch. Hier ist alles viel teurer als im Rest des Landes, das Personal in den Restaurant kann man für nichts gebrauchen und fragt trotzdem nach Trinkgeld und die hochgelobten Tempel sind nun rein gar nichts zu denen in anderen Städten Südostasiens. Trotzdem ist die Stadt selbst eigentlich ganz schön.

Hier gönnten wir uns ein paar Tage Ruhe in einem schlichten, aber sympathische Gästehaus (130‘000 KIP Zimmer/Nacht) und schlugen uns auf dem Nachtmarkt den Bauch mit einheimischen Spezialitäten voll.

Unsere faulen Mitbewohner.

Eklige3s vom Markt.

Nun ist es Sonntagabend und am nächsten Morgen geht unser Bus zurück an die thailändische Grenze. Vielleicht bleiben wir noch eine Nacht in Vientiane, doch da ich gerade so motiviert bin habe ich den abschliessenden Blog über eines der schönsten Länder unserer Tour bereits jetzt hochgeladen.

Weitere Bilder aus Laos findet Ihr hier:  https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3409976216225.2167692.1474587722&type=3&l=e2e938a1ef

Den Flughafen Tan Son Nhat in Saigon verliessen wir am späten Montagabend ausnahmsweise nicht mit einem Billigflieger, sondern mit der renommierten Qatar Airways, einer der besten Airlines der Welt. Es war auch nicht der übliche Airbus 320, sondern eine Boeing 777, das Flaggschiff der arabischen Airline, welche uns nach Bangkok brachte.

Das nennt man Beinfreiheit. 

Diese 335-plätzige Maschine wurde eingesetzt, da es sich um den Zubringerflug nach Doha handelte. Wir hatten nichts dagegen dass wir auch auf diesem gut einstündigen Flug das Bordunterhaltungssystem „Oryx“ nutzen konnten.

Dass Qatar Airways gegenüber den vielen Low Cost Airlines den Zuschlag bekam lag daran, dass der Preis etwa der gleiche war wie bei Air Asia und Co. (103 USD), bei Qatar Airways  aber Freigepäck, Verpflegung, Meilen und eben Bordunterhaltung inbegriffen waren. Zudem wurden wir mit einem Platz am Notausgang bedacht.

Kurz nach Mitternacht landeten wir also einmal mehr am futuristischen Suvarnabhumi Airport in der thailändischen Hauptstadt. Da wir wussten dass wir wenn wir ab 4:00 in unser Gästehaus einchecken nur die nächste Nacht bezahlen müssen liessen wir uns Zeit mit dem Transport in die Innenstadt.

Erst ging es mit dem kostenlosen Shuttle Bus zum Flughafen-Bus-Terminal. Von hier war es der 555er-Bus (33 THB) welcher uns in die Innenstadt brachte. Da die Taxifahrer wohl eher eine ruhige Nacht hatten fand sich auf Anhieb einer der uns mit Taximeter für knapp 90 THB in die Nähe der Khao San Road brachte. Sonst weigert sich diese Zunft ja generell die kleine Zählmaschine im Auto zu betätigen.

Im altbekannten Happy House Guesthouse wartete Am bereits auf uns und gönnte uns das Zimmer sogar schon ab 3:00. Warum die Zimmer gegenüber letztes Mal  70 THB teurer wurden, obwohl viel weniger Leute zugegen sind bleibt ein Rätsel.

David kauft echt jeden Scheiss...

Der Dienstag wurde vor allem damit verbracht diversen Erledigungen nachzugehen. Nach einem erholsamen Schlaf schlüpften wir in die Badehosen um wieder einmal alle Wäsche abzugeben. Die wird einem im Happy House für 35 THB pro Kilogramm blitzsauber gewaschen und gebügelt.

Danach wurde die kaputte Hose zur Schneiderin welche mit ihrer rostigen Nähmaschine am Strassenrand sitzt gebracht und kurz darauf war der Knopf wieder dran. Kostenpunkt: Gerade mal 30 THB.

Nach einem leckeren thailändischen Omelett wurde noch die Planung für die nächsten Wochen in Angriff genommen. In Südostasien muss man zwecks Visavorschriften oft ganz schön weit vorausplanen. Dann war Relaxen angesagt.

Etwas später lernten wir die Deutsch-Türkin Devrim kennen. Zusammen wurde das eine oder andere Chang-Bier bestellt, weshalb die geplante Weiterreise am Mittwoch ins Wasser fiel. Am Donnerstag schafften wir es dann aber doch, Bangkok wieder einmal zu verlassen.

Die Hua Lamphong Station in Bangkok.

Unser Zug.

Wie soll man schlafen wenn man so ein überdrehtes Kind vor sich hat?

Gemeinsam mit Devrim fuhren wir zur Hua Lamphong Station, dem Hauptbahnhof Bangkoks. Während sie nach Surat Thani fuhr zog es uns in Richtung Norden. Mit dem 77er Expresszug fuhren wir über die Nacht nach Nong Khai. 498 THB kostete die Fahrt in der zweiten Klasse. Eine Decke gab es kostenlos dazu. Mit etwa einer Stunde Verspätung trafen wir am frühen Morgen in dem kleinen Grenzort ein. Vor uns lag endlich wieder ein unbekanntes Land.

Vom wohl besten Flughafen der Welt (Changi Airport in Singapur) an dem es sogar im Billigterminal kostenloses WiFi, Internet, Trinkwasser, Fussmassagen und Liegesessel gibt brachte uns Tiger Airways für wenig Geld nach Vietnam.

Das Visum für Vietnam gab es halb online, halb on arrival. Das heisst wir mussten erst für 20 USD einen approval letter bestellen, mit dem wir dann am Flughafen für weitere 25 USD das Visum in den Pass geklebt bekamen. Dies war besser als in Bangkok auf die Botschaft zu rennen.

In Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) angekommen brachte uns ein im Voraus bezahltes Taxi für 8 USD in die Phạm Ngũ Lão, die Backpackerstrasse von Saigon. Hier übernachteten wir bereits vor 3 Jahren, doch dieses Mal gönnten wir uns ein gutes Hotel für wenig Geld.

Gut essen kann man auch in Vietnam.

Um die Pham Ngu Lao in Saigon.

Den Samstagabend verbrachten wir bei etwas Fussball im englischen Pub, wo es schlechtes Bier zu teuren Preisen gibt. Der Grossteil der Insulaner schien sich überraschenderweise mehr für Yatzee als für Fussball zu interessieren. Zumindest wurde an allen Tischen gewürfelt was das Zeug hielt.

Am Sonntag war etwas Sightseeing angesagt, doch den Grossteil der Sehenswürdigkeiten kannten wir ja bereits. So schlenderten wir doch eher nur gemütlich durch die relativ saubere Stadt. Auch der Verkehr, welcher hauptsächlich aus Motorrollern besteht kam uns nicht mehr so gewaltig vor wie letztes Mal.

Fussball, Vietnam, V-League, neuer Ground und Länderpunkt
12.02.12 Sài Gòn Xuân Thành - SHB Đà Nẵng
2:1 (2:0), ca. 6‘000 Zuschauer, Thong Nhat Stadium, Ho-Chi-Minh-Stadt

Nun war wieder einmal Fussball angesagt. Es blieb nur diese eine Möglichkeit den Länderpunkt endlich abzuhaken, und so mussten wir auf die vom Verband bestätigte Partie hoffen. Tatsächlich fand die Spitzenpartie im Thong Nhat Stadium auch tatsächlich statt. Rund 6‘000 Zuseher freuten sich über einen 2:1 Heimsieg.

Entenembryos, ein beliebter Snack vor dem Spiel.

Im Stadion.

Im Stadion.

Am Montag folgte noch einmal der Gang ins War Remnants Museum, dem Museum in dem die Verbrechen der Amerikaner und Chinesen während des Vietnamkrieges schonungslos aufgezeigt werden. Offenbar werden die krassesten Exponate inzwischen nicht mehr ausgestellt, diese waren wohl einigen Touristen zu heftig. Wer nach Saigon kommt MUSS dieses Museum einfach gesehen haben. Der Eintritt ist nicht der Rede wert.

David's neuer Nebenjob...

Tempel nahe des Museums.

Das War Remnants Muesum.

Und schon war wieder Abend und ein weiterer Flug stand an…

Weitere Bilder aus Saigon gibt es hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3369009192075.2167064.1474587722&type=3&l=91e16e8ebf

Ihr habt es gemerkt, die letzten Wochen war ich etwas schreibfaul. Da ich nun mit dem Blog ziemlich in Rückstand geraten bin werde ich Euch die paar Wochen nach Melakka in Kurzform präsentieren.

Erst gönnten wir uns ein paar Fussballspiele in Kuala Lumpur:

Fussball, Malaysia, Malaysia Super League, neuer Ground
21.01.12 Selangor FA - Sarawak FA
0:0 (0:0), ca. 4‘000 Zuschauer, Stadium Nasional, Bukit Jalil

Fussball, Malaysia, Premier League, neuer Ground
27.01.12 Pos Malaysia FC – NS Betaria FC
2:3 (1:2), ca. 200 Zuschauer, Majlis Perbandaran Selayang Stadium, Selayang

Fussball, Malaysia, Super League, neuer Ground
27.01.12 PKNS FA - Sabah FA
2:2 (1:0), ca. 1‘200 Zuschauer, Petaling Jaya Stadium, Petaling Jaya

In Kuala Lumpur gönnten wir uns noch ein wenig Sightseeing, ehe es mit dem verhassten Vorortszug für 6 MYR bis zur Endstation Seremban ging. Ein Stadtbus brachte uns erst nach Port Dickson, ein anderer weiter zu unserem Hotel.

Hier gab es fast ausschliesslich Einheimische Touristen. Während am Sonntag noch einiges los war langweilten wir uns die weiteren 5 Tage. Auch das Essen war ziemlich eintönig, dafür ausgesprochen billig. Das Hotel Cozzi, welches wir im Voraus gebucht hatten war nicht übel und konnte mit einem schönen Pool und der Nähe zum Strand auftrumpfen.

Der nächste Stopp war die uns bereits bekannte chinesische Sonderverwaltungszone Macau. Hierher kamen wir zurück um ein Spiel zu sehen, denn dies lag beim ersten Besuch leider nicht drin. Ausserdem bestaunten wir den riesigen Hotel- und Casinokomplex "The Venetian" auf der Insel Taipa.

Fussball, Macau, 1ª Divisão, neuer Ground und Länderpunkt
04.02.12 CD Monte Carlo - AD Ka I
4:3 (1:1), ca. 40 Zuschauer, Estádio Campo Desportivo, Taipa

Via Hong Kong, wo es ebenfalls ein Fussballspiel zu sehen gab flogen wir weiter nach Singapur, welches wir ebenfalls bereits kannten. Dazwischen fuhren wir noch einmal über den Causeway nach Malaysia, wo noch ein Spiel der obersten Liga zu sehen war.

Fussball, Hong Kong, 1. Division, neuer Ground
05.02.12 Tai Po FC - Biu Chun Rangers
1:4 (0:0), ca. 800 Zuschauer, Tai Po Sports Ground, Tai Po

Fussball, Malaysia, Super League, neuer Ground
08.02.12 Johor FC – FELDA United FC
1:1 (0:0), ca. 3'000 Zuschauer, Stadium Majlis Perbandaran, Pasir Gudang

Fussball, Singapur, S-League, neuer Ground
09.02.12 Hougang United FC - Tanjong Pagar United FC
1:1 (1:1), 410 Zuschauer, Hougang Stadium, Singapur

Fussball, Singapur, S-League, neuer Ground
10.02.12 Home United FC – Balestier Khalsa FC
0:0 (0:0), 1‘354 Zuschauer, Bishan Stadium, Singapur

Dann ging die Reise weiter nach Vietnam, doch darüber schreibe ich dann wieder ausführlicher...

Bilder aus Malaysia, Macau, Hong Kong und Singapur findet Ihr hier:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3052985571682.2161398.1474587722&type=3&l=f7c4257463

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3226425467571.2164736.1474587722&type=3&l=22bbc6feea

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.2668880329291.2154107.1474587722&type=3&l=c4bbcaa974

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.2679749641017.2154374.1474587722&type=3&l=cba028bec5

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3311368511094.2166123.1474587722&type=3&l=a2d9ae03e9

 

Genau 2 Wochen sind seit unserer Flucht aus Indien nun vergangen. In diesen 14 Tagen haben wir Malaysia eine zweite Chance gegeben. Vor 3 Jahren hat uns dieses Land überhaupt nicht gefallen, doch inzwischen haben wir ein paar schöne Flecken entdeckt.

Es gibt zwar immer noch einige Dinge die wir an Malaysia überhaupt nicht mögen. Da wäre allen voran das unverhältnismässig teure Bier, welches in dem vorwiegend muslimischen Land sowieso schwer zu bekommen ist. Aber auch die Verklemmtheit der eigentlich sehr freundlichen Einheimischen. Parties scheint es hier kaum zu geben, und wenn doch dann finden sie hinter den verschlossenen Türen der Karaokelokale statt. Am Abend sind die Strassen oft wie leergefegt und selbst Sportveranstaltungen werden oft nur in den teuren Touristenbars übertragen (ausser natürlich die englische Premier League, die läuft zu jeder Tages- und Nachtzeit).

Unsere erste Station nach unserer Rückkehr war die altbekannte Central Lodge wo wir wieder freundlichst empfangen wurden. Nachdem wir uns wieder an die heissen Temperaturen gewöhnt hatten fuhren wir mit dem KTM zum riesigen neuen Busbahnhof. Dass der KTM, ein Vorortszug, höchst selten so oft fährt wie er sollte mussten wir in den kommenden Tagen noch oft feststellen. Dafür kostet dieser mit ca. 1 MYR kaum etwas.

Vom brandneuen Terminal Bersepadu Selatan (Busterminal) fuhren wir innert Stunden im sehr bequemen und modernen Bus für gerade einmal 9 MYR nach Melaka. Dieses wunderschöne Städtchen gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und erinnert noch stark an die ehemalige Besatzungsmacht Niederlande. Besonders im heutigen Chinatown, wo sich der Melaka River durch die Gassen schlängelt, findet man einige Parallelen zu der Stadt Amsterdam (obwohl genau diese Gebäude eigentlich gar nicht von den Holländern stammen).

Am Melaka River.

Die ersten 3 Nächte wohnten wir direkt am Fluss, wo wir ein hübsches Gästehaus mit einer angenehmen Terrasse gefunden hatten. Der überfreundliche Besitzer des River One Guesthouse, welcher offensichtlich vom Ufer gegenüber stammt half uns wo er nur konnte. Zudem war das Gästehaus pieksauber und Kaffee, Wasser und Kekse gab es auch den ganzen Tag umsonst.

Fussball, Malaysia, Super League, neuer Ground und Länderpunkt
17.01.12 FELDA United FC – Selangor FA
1:0 (1:0), ca. 1‘000 Zuschauer, Hang Jebat Stadium, Melaka

Hilfe benötigten wir tatsächlich, denn unser erstes Fussballspiel in Malaysia fand weit vor den Toren Melakas statt. Ein Freund des Hauses fuhr uns schliesslich zum Freundschaftstarif in den Vorort und holte uns nach dem Spiel überpünktlich wieder ab.

Das Spiel zwischen Felda United FC und Selangor FA wäre eigentlich ein Derby gewesen, doch aufgrund von Modernisierungsarbeiten am eigenen Stadion trägt Felda seine Spiele dieses Saison im Stadion Hang Jebat in Melaka aus. Das riesige, topmoderne Stadion war jedoch beim Anpfiff so gut wie leer. Kein Wunder, denn dieser erfolgte bereits um 16:45 am Nachmittag. Fans waren zwar einige zugegen, doch ausser einer Dauerbeschallung durch Pauken und Tröten war kaum etwas zu hören.

Das Hang Jebat Stadium in Melaka.

Das Hang Jebat Stadium in Melaka.

Die nächsten Tage liessen wir es gemütlich angehen. Im Gästehaus trafen wir einen schätzungsweise 70-jährigen Landsmann, welcher sage und schreibe seit 30 Jahren durch die Welt zieht. Seine Heimatbasis hat er im Altersheim von Bern-Bümpliz, wo er alle paar Monate mal wieder vorbeischaut. Aufmerksam lauschten wir seinen Geschichten und erfuhren dass er den Weg nach Malaysia innert 4 Wochen mit dem Containerschiff von Genua zurückgelegt hatte.

Fussball, Malaysia, Premier League, neuer Ground
20.01.12 Betaria FC - MP Muar FC
1:2 (0:1), ca. 100 Zuschauer, Hang Tuah Stadium, Melaka

Am Freitag war bereits wieder Fussball angesagt. Dieses Mal in der zweiten Spielklasse. Im alten Stadion Hang Tuah in der Innenstadt Melakas trafen NS Betaria auf MP Muar FC. Das Spiel vor knapp 100 Zuschauern überstand man nur schwer ohne einzunicken.  Die rund 20 mitgereisten Fans nervten mit den bekannten Tröten und konnten am Ende gar einen Auswärtssieg feiern.

Im Hang Tuah Stadium in Melaka.

Im Hang Tuah Stadium in Melaka.

Da es nur noch wenige Tage bis zum chinesischen Neujahrsfest war mussten wir die letzte Nacht in ein anderes Gästehaus ausweichen. Das Galileo Guesthouse gehörte dem Freund unseres bisherigen Vermieters. Als wir ins Zimmer traten staunten wir nicht schlecht. Nebst kostenlosem WiFi stand in unserem Zimmer ein kompletter Computer, was David dazu nutzte endlich seine EM-Tour durch Polen und die Ukraine zu planen.

Fahrradrickschas vor dem Stadhuys.

Kirche am Stadhuys.

Als wir nach dem Essen nach Hause kamen fanden wir uns in einer Disco wieder. Das ganze Gästehaus war mit kleinen Lämpchen und Lasern ausgestattet und aus den Boxen ertönte Dance-Musik dritter Klasse. Den beiden Gästehausbesitzern war zudem anzumerken dass sie wohl mehr Bier genossen hatten als sie eigentlich vertragen würden.

Am Samstag verliessen wir Melaka schliesslich wieder Richtung Kuala Lumpur. Obwohl wir nun doch schon einige Tage in der Hauptstadt verbracht hatten bekamen wir noch nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten zu Gesicht. Dies sollte sich nun ändern.

Weitere Bilder findet Ihr hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3052985571682.2161398.1474587722&type=3&l=f7c4257463

Warnung: Wer vor hat in absehbarer Zeit nach Indien zu reisen und dies unvoreingenommen tun möchte sollte jetzt besser aufhören zu lesen…

Indien: Endlich wieder ein noch unbekanntes Land auf unserer Reise. Viel hatten wir bisher darüber gehört, vorwiegend negatives, doch trotzdem freuten wir uns. Was uns erwartete übertraf allerdings jegliche Befürchtungen.

Das ganze Theater fing schon bei der Einreise an. Nach einem langen Flug zusammen mit hunderten stinkenden Indern händigte das Kabinenpersonal sämtlichen Fluggästen statt der Arrival Card die Departure Card aus. Dies führte dazu dass sämtliche Passagiere bei der Ankunft in Neu-Delhi wieder hinten anstehen mussten (zudem die Arrival Card kaum aufzutreiben war). Die Folge davon war ein total überlastetes und am Ende blockiertes Gepäckband, da ja niemand da war um die Koffer entgegenzunehmen und die Angestellten amüsiert daneben standen.

Immerhin wartete unser Chauffeur pflichtbewusst am Flughafen und brachte uns ins für indische Verhältnisse sündhaft teure Hotel B.B. Palace (4‘000 INR Zimmer/Nacht, 1‘000 INR = ca. 18 Schweizer Franken). Dieses Hotel hatten wir gebucht da der Grossteil der wegen dem Testspiel angereisten Bayern-Fans dort gebucht hatte. Als wir ankamen teilten uns die unsympathischen Inder gleich mit dass das Hotel hoffnungslos überbucht sei und wir woanders übernachten würden. Wir wehrten uns allerdings und plötzlich war dann doch noch ein Zimmer frei. Vom angepriesen Luxus allerdings keine Spur, auch Telefon, Internet und heisses Wasser funktionierten nicht. Und wer erwartet schon Handtücher, Seife oder Toilettenpapier in einem Luxushotel?

Immerhin fanden wir unmittelbar nebenan ein etwas gehobeneres Speiselokal, wo wir auch die beiden Abende in Delhi verbrachten. Leider neigten sich die Biervorräte irgendwann dem Ende zu und man war tatsächlich nicht fähig innerhalb von 24 Stunden neuen Gerstensaft zu besorgen.

Fussball, Indien, Testspiel, neuer Ground und Länderpunkt
10.01.12 Indien - FC Bayern München
0:4 (0:4), 35'000 Zuschauer (Stadionrekord), Jawaharlal Nehru Stadium, Neu-Delhi

Am Dienstag trafen sich sämtliche Bayern-Fans und ich vor unserem Hotel. Der FC Bayern schaffte es gerade mal 65 Karten für dieses Spiel zu organisieren, dies zudem noch im am dichtesten gefüllten Block im Stadion. Ein Armutszeugnis für so einen Verein. Noch schlimmer fand ich jedoch die Tatsache dass zuerst jene mit Karten bedacht wurde die es nicht für nötig empfanden welche zu reservieren.

Wir fuhren also zum Jawaharlal Nehru Stadion und zusammen mit ein paar anderen durfte ich mich also auf Kartensuche machen. Obwohl die Zuschauerzahl von 35‘000 als höchste bei einem Fussballspiel in Delhi in die Geschichtsbücher eingehen wird war das Stadion nur zur Hälfte gefüllt. Die Organisatoren hatten es versäumt genügend Karten zu drucken, so dass sich vor dem Stadion beinahe eine Massenpanik abspielte. Vor meiner Nase hiess es plötzlich es gäbe keine Karten mehr. Nur dank einem korrupten Polizisten konnte ich noch eine ergattern.

Das Jawaharlal Nehru Stadium.

Mein ursprünglicher Sitzplatz.

Indische Bayern-Fans.

Eröffnungszeremonie.

Dank der Hilfe eines gewissen Herrn aus dem schönen Pattensen schaffte ich es schliesslich sogar bis zu den anderen vorzudringen. Das Spiel zwischen der indischen Nationalmannschaft und dem Deutschen Rekordmeister aus München war an Langeweile kaum zu überbieten und endete mit 4:0 für die Bayern. Hauptsache Länderpunkt vor ansprechender Kulisse.

Am nächsten Tag wäre eigentlich ein Ausflug mit Linke zum Taj Mahal in Agra auf dem Plan gestanden, doch ein Zugticket nach Agra zu kaufen war ein Ding der Unmöglichkeit. So machten David und ich uns alleine auf den Weg nach Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. Der bequeme, aber teure Bus (735 INR) brauchte für die rund 200 Kilometer geschlagene 6 Stunden. Was wir am Strassenrand zu sehen bekamen war jenseits aller Vorstellungskraft. Inmitten von Müllbergen schliefen Leute, auf der Autobahn konnte höchstens im Schritttempo gefahren werden und zwischen tausenden Autos, Fahrrädern und Tuk Tuk’s tummelten sich Kühe, Hunde, Kamele, Wildschweine, Affen, Ratten, Hühner, Katzen und jede Menge anderer Tiere. Dass man alle paar Meter jemanden sieht der in aller Ruhe auf die Strasse scheisst akzeptiert man mit der Zeit als Normalität.

In Jaipur brachte uns einer der nirgendwo anders so nervenden Tuk Tuk-Fahrer zu einem Gästehaus welches mehr seine als unsere Wahl war. Etwas verdutzt war er als ich ihm den korrekten Fahrpreis bezahlte, da er zu blöd war das Taximeter abzustellen. Seine Forderung hätte sich auf das dreifache belaufen. Im Gästehaus welches etwas überteuert, aber sonst ganz ok war schaffte man es innert 3 Nächten nicht uns eine funktionierende Heizung ins Zimmer zu stellen. In der Folge froren wir 3 Nächte bei Temperaturen von ca. 6 Grad Celsius und holten uns beide eine Erkältung.

Nach einem ruhigen Tag holte uns der altbekannte Tuk Tuk-Fahrer am Morgen zu einer Stadtrundfahrt für insgesamt 450 INR ab. Wir könnten entscheiden wohin und wie lange, und wenn wir nicht zufrieden seien müssten wir nix zahlen. Nun ja, eigentlich hätten wir dem Deppen wirklich nichts geben sollen, denn nach den paar sehr schönen Sehenswürdigkeiten am Anfang (Isarlat-Minarett, City Palace, Amber Fort etc.) wollte er uns nur noch zu typischen Tourishops und teuren Restaurants bringen, wo er Provision bekommen hätte. Selbst der Weg ins gewünschte Einkaufszentrum war ihm zu weit, weshalb er uns einfach in ein anderes brachte. Zu guter Letzt hatte er noch die Frechheit sich über das nicht mal verdiente Trinkgeld zu beklagen.

Das Isarlat-Minarett.

Teeverkäufer nahe des City Palace.

Der Windpalast.

Elefant auf dem Weg zum Amber Fort.

Amber Fort.

Der versunkene Palast.

Spätestens hier war uns klar: 3 ½ Wochen in Indien halten wir nicht aus. Alleine das ewige Gehupe zu jeder Tages- und Nachtzeit hält kein Mensch aus. Wir buchten also einen zweiten Rückflug (der erste war leider nicht stornierbar) und fuhren nach Agra.

Ein Zugticket nach Agra zu bekommen war auch wieder eine Tagesaufgabe. Wir besorgten uns nach ewigem hin- und her eine Reservation für 87 INR pro Person. Man sagte uns dass wir das dazugehörige Ticket erst am Reisetag kaufen könnten. An den Schaltern wollte allerdings niemand etwas davon wissen und so fuhren wir statt für 342 INR für 87 INR im etwas besseren Güterzug nach Agra. Selber schuld wenn sie unser Geld nicht wollen. Der Zug brauchte für die 225 Kilometer wieder an die 6 Stunden, da die letzten 2 Stunden nur noch im Schritttempo gefahren wurden.

Indischer Zug.

Indischer Zahnarzt.

In Agra fanden wir ein einigermassen akzeptables Hotel (700 INR Zimmer/Nacht) nahe des Taj Mahals. Abends noch eine Cola zu bekommen war hier allerdings unmöglich. Am nächsten Morgen konnten wir uns endlich das imposante Taj Mahal ansehen. Den Ticketschalter über 1 Kilometer entfernt hinzustellen kann aber auch nur den Indern in den Sinn kommen. Die lästigen Rikschafahrer freut es natürlich. 750 INR zahlt der ausländische Tourist um das Taj Mahal zu sehen. Das sind ungaubliche 37,5 mal mehr als ein indischer Tourist. Dies ist aber in Indien durchaus normal.

Das Taj Mahal.

Das Taj Mahal.

Das Taj Mahal, ein Liebesbekenntnis eines Maharajas an sein Lieblingsfrau und inzwischen Grabmal für beide weiss durchaus zu gefallen. Das schneeweisse Marmorgebäude ist einfach wunderschön und die Gartenanlage rundherum kann sich ebenfalls sehn lassen. Das Innere kommt allerdings sehr schlicht und langweilig daher.

Nach dem wohl schlechtesten Essen dass ich je hatte (das Essen war bisher allerdings tadellos) fuhren wir mit dem billigen Lokalbus (150 INR) zurück nach Delhi. Eine freundliche junge Inderin managte von den Tickets bis zum Tuk Tuk so ziemlich alles für uns.

Typisch indisches Essen.

In Delhi landeten wir in der dreckigen, stinkenden und total verwinkelten Backpackerstrasse um die New Delhi Railway Station. Das im Voraus gebuchte Hotel hatte zwar nicht das eigentlich reservierte Zimmer für uns bereit, gewährte uns aber immerhin 50% Rabatt. Es folgte noch das zweitschlechteste Essen meines Lebens. Dies bestand aus einem Cheeseburger. Da ich jedoch kein Fleisch in meinem Burger fand liess ich ihn zurückgehen. Der verdutzte Koch meinte ich hätte doch einen Cheeseburger bestellt, von Fleisch hätte ich nichts gesagt. Nach nochmals einer halben Stunden Wartezeit kam dann endlich der richtige Burger, geniessbar war er jedoch in keinster Weise.

Strassenszene in Neu-Delhi.

Am Morgen suchten wir dann noch nach funktionierendem Internet (eine Seltenheit in Indien) ehe uns ein Taxi zum Flughafen brachte.

Fazit: Indien ist mit Abstand das letzte Scheissland in dem ich je war. Die unfreundlichen und total nervtötenden Inder scheinen gerademal genug Hirnzellen zu besitzen um eine Autohupe zu bedienen und um auf die Strasse zu scheissen. Nichts funktioniert so wie es sollte, an jeder Ecke stinkt es nach menschlichen Fäkalien, man erstickt im Müll und als Tourist zahlt man überall das x-fache von dem was es wirklich kosten sollte. Das hochgelobte indische Bahnnetz ist unter aller Sau und von den Strassen wollen wir erst gar nicht reden.

Es braucht echt viel dass ich mich in einem meiner Berichte so negativ über ein Land und seine Bewohner äussere, doch ausser dem Essen und ein paar schöner Bauwerke gab es nun in Indien rein gar nichts dass man hätte schönreden könnte. Indien sieht mich höchstens wieder falls der FC Luzern dort mal im Weltpokalfinale spielen sollte.

Weitere Bilder aus Indien gibt es hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.3102083679104.2162298.1474587722&type=3&l=a3e124d2f2

Uns würde mal interessieren mit welchen Augen Ihr Indien gesehen habt. Kommentare erwünscht.

 

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