Reisetag 12, Mittwoch 1. September 2010

Am Vorabend gegen 19:00 erreichte ich schliesslich Hiroshima nach 4 Stunden Fahrt. Die Nacht im Gästehaus war erholsam und am heutigen Morgen merkte ich dass meine Bettnachbarn aus einem Nachbardorf von Lenzburg kamen.

Gegen Mittag besichtigte ich bei schier unerträglichen Temperaturen den Friedenspark, welcher an die Opfer des ersten Atomwaffeneinsatzes in der Geschichte der Menschheit erinnert. Am 6. August 1945 um 8:15 morgens liess der B27-Bomber Enola Gay rund 600 Meter über Hiroshima seine tödliche Fracht fallen. Weit über 200‘000 Menschen kamen damals zu Tode. Nach einem weiteren Atombombenabwurf über Nagasaki kapitulierte Japan, was das Ende des 2. Weltkrieges bedeutete.

Im Friedenspark.

Der Zeitpunkt des Abwurfes der ersten Atombombe.

Die Atombombenkuppel.

Im Friedenspark sind zahlreiche Monumente, eine ewige Flamme, die Friedensglocke und selbstverständlich der A-Bomb Dome, die Überreste eines Gebäudes welche im Zustand unmittelbar nach der Explosion konserviert wurde zu bestaunen. Ausserdem gibt es im Friedensmuseum für gerade mal 50 Yen Eintritt (die Hälfte des Preises einer Coladose) viele wissenswerte Infos, Erinnerungsstücke und schockierende Bilder zu sehen.

Gegen Abend machte ich mich mit dem Stadtbus auf den Weg zum Regional Park, einem riesigen Sportzentrum welcher neben 3 kleineren Stadien auch das grosse Hiroshima Big Arch Stadium beherbergt. Hier wurde um 19:00 das Spiel zwischen Sanfrecce Hiroshima und Gamba Osaka im Rahmen des J-League Cups angepfiffen.

Fussball, Japan, J-League Cup, neuer Ground und Länderpunkt
01.09.10 Sanfrecce Hiroshima FC - Gamba Osaka FC
0:1 (0:0), 6'731 Zuschauer, Big Arch Stadium, Hiroshima

Knapp 7‘000 Zuschauer hatten sich im riesigen Stadion eingefunden und feuerten ihr Team schon etwa eine Stunde vor Spielbeginn pausenlos an. Beide Kurven machten mit europäisch angehauchten Transparenten (Curva Nord Osaka, Bad Boys 1993, Ultras Osaka etc.) auf sich aufmerksam. Die Gäste aus Osaka waren mit etwa 200 Leuten angereist. In der Heimkurve gab es eine kleine, unspektakulärer Choreographie zu bestaunen. Fast ausschliesslich jeder war hier in violett-weiss, den Vereinsfarben gekleidet.

Im Hiroshima Big Arch Stadium.

Leider ist mir aufgrund der Länderspielpause kein Ligaspiel in Japan gegönnt, doch bei den Spielen der J-League sollen die Stadien meistens um einiges besser ausgelastet sein.

Am späteren Abend wurde im Gemeinschaftsraum ausschliesslich Deutsch gesprochen, und so endete die Nacht mit reichlich Chu-Hi (Reisschnaps mit Fruchtgeschmack) in den frühen Morgenstunden. Dazwischen lag ein Einkauf im Supermarkt, wohlgemerkt um 3:00 morgens.

Reisetag 10, Montag 30. August 2010

Gerade mal 3 Stunden dauerte die Überfahrt mit dem Tragflügelboot vom koreanischen Busan ins japanische Fukuoka ( die Fahrt kostete 13‘000 Yen plus Treibstoffzuschlag, ca. 180 Schweizer Franken, gebucht und bezahlt per Internet).In Fukuoka angekommen brauchte ich natürlich erst einmal Cash. Da der einzige Geldautomat am Fährterminal nur japanische Karten anerkennt schickte man mich zum nächsten Postamt. Dort wurde mein Karte zwar akzeptiert, doch Geld wollte mir der blöde Automat immer noch keines aushändigen. Den Schweizer Franken wollte man in den wenigen Wechselstuben auch nicht annehmen. So eilte ich rund 2 Stunden von Bank zu Bank und von Geldautomat zu Geldautomat ehe ich in einem Family Mart Erfolg hatte.

Zu Fuss ging es nun weiter zum Tabicolle Backpackers, welches ich zuvor über hostelworld.com gebucht hatte. Der überaus freundliche Besitzer empfing mich und führte mich im Gästehaus im japanische Stil herum, welches gleichzeitig seine Wohnung ist. Hier hätte ich durchaus länger bleiben können, denn das Gästehaus war sauber und geräumig, ganz anders als die Hostels in Korea. Eine Nacht im Gästehaus in Japan kostet je nach Stadt zwischen 15 und 40 Schweizer Franken, im Normalfall jedoch so um die 30 Schweizer Franken.

Meine erste Mahlzeit in Japan.

Da mich der Hunger plagte suchte ich nun eins der zahlreichen kleinen Restaurants auf. Am Eingang zeigt man entweder auf das Wachsmodell der Mahlzeit die man möchte oder zieht sich wie in diesem Fall am Automaten einen Zettel und bezahlt natürlich auch gleich. Danach setzt man sich an den Tresen und gibt den Zettel ab. Das Essen wird dann vor den Augen des Gastes zubereitet. Ich wählte Reis mit einer leckeren Sauce, Gemüse und einer Art Schnitzel obendrauf. Geschmeckt hat es sehr gut und für den Preis von 600 Yen (ca. 7.20 Schweizer Franken) kann man nicht meckern. Eine Schüssel mit Suppe und Trinkwasser gibt es in der Regel kostenlos dazu.

Reisetag 11, Dienstag 31. August 2010

Die Nacht war angenehm und ruhig und nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg die Stadt zu Fuss zu erkunden. Das Hauptziel war dabei das riesige Shopping Center Canal City. Allzuviel gibt es in Fukuoka leider nicht zu sehen, und die Tempel und Schreine sollte ich mir für Kyoto aufsparen meinte der Gästehausbesitzer.

Wenn man von Fukuoka redet fällt übrigens auch oft der Name Hakata. Früher waren diese beiden Städte getrennt, doch seit über 100 Jahren sind sie zu Fukuoka verschmolzen. Dabei ist man jedoch sehr inkonsequent, denn der Flughafen heisst Fukuoka, der Bahnhof und das Fährterminal jedoch weiterhin Hakata.

Japanische Tankstelle mit Zapfsäulen an der Decke.

In der Innenstadt von Fukuoka. 

In Japan fällt einem auf das an jeder Ecke ein oder mehrere Getränkeautomaten stehen. Für 100 – 120 Yen (ca. 1.40 Schweizer Franken) erhält man hier jedes nur erdenkliche Getränk. Parkplätze scheinen rar zu sein, denn in der Stadt gibt es viele Parktürme, in denen die Autos wie in einem Hochregallager verstaut werden. Die Autos allgemein sind meist etwas anders als bei uns: Es gibt sehr viele winzige Vans und Lieferwagen, die grösseren Fahrzeuge sind sehr oft getunet. Für die unzähligen Taxis scheint Toyota ein eigenes Modell entworfen zu haben, denn fast alle Taxis bestehen aus dem Modell Toyota Comfort. Nur ganz selten sieht man einen Nissan.

Nun befinde ich mich irgendwo auf einer Autobahn zwischen Fukuoka und Hiroshima. Kurz vor dem Start meiner Reise habe ich mich doch noch gegen den sündhaft teuren Japan Rail Pass entschieden und werde mich hier mit den Bussen fortbewegen. Die vierstündige Fahrt nach Hiroshima kostete mich 4‘000 Yen (ca. 48 Schweizer Franken).Insgesamt gefällt mir Japan bisher sehr gut. Auch die Horrorgeschichten was das Preisniveau angeht kann ich nicht bestätigen. Natürlich ist es hier teurer als in anderen asiatischen Ländern, aber als Schweizer kann einen ja höchstens noch Island umhauen.

Reisetag 9, Sonntag 29. August 2010

Der Samstagabend wurde wie geplant am Gwangalli-Strand verbracht, wo auf Schuelerbands und leider eher talentfreie Strassenkuenstler auf verschiedenen Buehnen ihr Koennen zum Besten gaben.

Die Gwangi-Bruecke bei Nacht.

Am Sonntagmorgen war frueh aufstehen angesagt: Mit der Metro fuhr ich zur Centum City, wo sich der (laut Guinness-Buch) groesste Departement Store der Welt befindet. Shopping war aber nicht das erklaerte Ziel heute, sondern Erholung. Im selben Gebaeude befindet sich naemlich Spaland, eine riesige Anlage welche alles bietet was Koerper und Seele gut tut. Vor 8:00 am Morgen gab es den Eintritt fuer nur 9'000 WON (Wochentags 7'000 WON) statt 14'000 WON (bzw. 12'000 WON).

Einmal bezahlt darf man sich 4 Stunden im Spa aufhalten. Man schliesst zuerst die Schuhe in einen Kasten und geht weiter zur Garderobe. Hier zieht man sich komplett aus und waescht sich, ehe man die traditionellen heissen Baeder und verschiedenen Saunas betritt, selbstverstaendlich nach Geschlechtern getrennt. Personen mit Taettowierungen haben uebrigens keinen Zutritt zum Bad. Es hat auch Abteile wo man sich rasieren oder die Zaehne putzen kann, alles innerhalb des Bades. Spaeter kann man in den zur Verfuegung gestellten Kleidern den gemischten Bereich betreten, in dem sich verschiedene Dampfraeume, Ruhesessel, Restaurants, Fussbaeder und etliche andere (zum Teil kostenpflichtichtige) Sonderleistungen befinden.

Am Haeundae-Strand.

Am Nachmittag suchte ich den Haeundae-Strand auf. Ich stuerzte mich mit tausenden Koreanern und auch vielen westlichen Touristen in die Wellen und sonnte mich im sehr sauberen Sand. Etwas spaeter lernte ich Ben aus Deutschland kennen. Zusammen machten wir uns auf zum riesigen Busan Asiad Main Stadium, denn heute sollte endlich ein Spiel der K-League stattfinden.

Fussball, Republik Korea, K-League, neuer Ground
29.08.10 Busan I'Park - Chunnam Dragons
5:3 (3:1), ca. 1'500 Zuschauer, Busan Asiad Main Stadium, Busan

In einem riesigen, nein, einem gigantischen Supermarkt vor dem Stadion besorgten wir uns die obligate 1,5-Liter-Flasche Bier und zahlten die 8'000 WON Eintritt. Im riesigen Stadion war die Enttaeuschung gross, denn damit die wenigen Zuschauer nicht zuweit weg vom Geschehen sitzen wurde innerhalb des riesigen Runds ein Art zweites Stahlrohrstadion errichtet. Die Gaeste durften weit oben auf den urspruenglichen Raengen Platz nehmen. Gerade mal etwa 1'500 Zuschauer waren anwesend. Als kleines Trostpflaster gab es jede Menge Tore, ein Feuerwerk vom benachbarten Baseballstadion, Autogrammkarten Koreanischer Nationalspieler und eine Bal mit allen Unterschriften des Heimteams, welcher aufgrund von Platzproblemen jedoch an 2 Koreanische Nachwuchsfussballer weiterverschenkt wurde.

Das Busan Asiad Main Stadium.

Im Stadioninnern.

Der Abend endete schliesslich am naechsten Morgen in einem Kneipenviertel mitten in Busan, so dass die Faehre nach Japan um ein Haar verschlafen wurde.

Reisetag 7, Freitag 27. August 2010

Gegen 10:00 am Freitagmorgen verliess ich Gyeongju um die letzte Station meiner Koreareise anzusteuern. Busan, die zweitgrösste Stadt Koreas, welche ganz im Süden nahe bei Japan liegt war das erklärte Ziel. Dieses erreichte ich auch pünktlich kurz nach Mittag. Mein Gästehaus welches unmittelbar neben der Metrostation Namcheon liegt wurde auch schnell gefunden.

Das Wahrzeichen von Busan.

Der Gwangalli-Strand.

Es folgte eine dringend benötigte Dusche ehe es zu Fuss zum Gwangalli-Strand ging, einem der beiden beliebten Badestrände Busans. Baden kann ich hier jedoch nicht empfehlen, der Strand gleicht wie leider so oft in Asien einer Müllkippe. Der Haeundae-Strand soll da schon um einiegs sauberer (und auch überfüllter) sein.

Auf dem Weg zum ersten Fussballspiel dieser Reise legte ich einen Stopp am internationalen Fährterminal ein. Hier verlegte ich meine Überfahrt nach Japan um einen Tag nach hinten: Nicht weil es mir hier so gut gefällt, sondern weil die K-League, die Profifussballliga Koreas, ihren Spielplan entgegen meiner Planung geändert hat.

Fussball, Republik Korea, K-League, neuer Ground
29.08.10 Busan I'Park - Chunnam Dragons
5:3 (3:1), ca. 1'500 Zuschauer, Busan Asiad Main Stadium, Busan

Schliesslich erreichte ich das Gudeok Stadium, ein schätzungsweise 25 - 30'000 Zuschauer fassendes Leichtathletikstadion, welches 1988 Austragungsort einiger olympischen Fussballspiele war. Der Eintritt war frei und dennoch verliefen sich gerade mal etwa 500 Zuschauer im grossen Rund. Davon eine Gruppe westlicher Englischlehrer/-innen, welche sich hier jeden zweiten Freitag zum Trinken treffen. Auch die Koreaner nutzen das kostenlose Fussballvergnügen für ein geselliges Beisammensein. Ganze Kartons mit Bier aus 1,5 Liter-Flaschen und jede Menge Speisen aller Art schleppen sie ins Stadion. Zu Beginn des Spiels wurde die Nationalhymne gespielt.

Im Gudeok Stadium in Busan.

Nach dem 2:0-Sieg von Busan Kyotong, der Mannschaft der örtlichen Metrobetreibergesellschaft begab ich mich mit der Gruppe Englischlehrer/-innen ins Deutsche Brauhaus nahe des Jagalchi Fischmarktes, wo es turmweise frisch gebrautes Bier und etwas speziell schmeckende deutsche Wurst gab.

Reisetag 8, Samstag 28. August 2010

Heute wurde der Jagalchi-Fischmarkt besucht. Unglaublich was hier alles angeboten wird. Wenn man die Menge an Fischen und Meresfrüchten sieht braucht man sich nicht mehr zu wundern warum die Ozeane leergefischt sind. Im benachbarten Vergnügungsviertel holte ich mir zum Mittagessen ein paar leckere Dumplings und eine Art mit Konfitüre und gehackten Nüssen gefüllten Donut.

Auf dem Jagalchi-Fischmarkt.

Auf dem UN-Friedhof.

Zum Abschluss des heutigen Sightseeingtages folgte eine Ausflug zum UN-Friedhof, wo den Gefallenen des Koreakrieges gedenkt wird. Dies dürfte wohl der am schönsten gestaltete Friedhof sein den ich je gesehen habe. Auf dem Heimweg fielen mir in einem Schaufenster jede Menge kleiner Welpen und junger Igel, Hasen, Meerschweinchen etc. auf, welche zum Kauf angeboten wurden. Zumindest das Schicksal der Welpen dürfte aufgrund der nebenan angebotenen Hundesuppe bereits besiegelt sein.

Heute Abend werde ich den Gwangalli-Strand einmal bei Nacht besichtigen, denn die riesige, beleuchtete Brücke im Hintergrund soll ein fantastisches Bild darstellen.

Reisetag 5, Mittwoch 25. August 2010 

Nach 3 Nächten verabschiedete ich mich am späten Mittwochmorgen vom Hong Guesthouse und verliess Seoul mit dem KTX, dem Hochgeschwindigkeitszug der Koreanischen Bahn (Korail) welcher es auf über 300 Sachen brachte.

Man stelle sich vor: Man steht in der Schweiz 4 Minuten vor Abfahrt des Zuges am Ticketschalter und fragt nach einer Reservation für den nächsten Zug. Kaum möglich den noch zu erwischen. In Korea dauert das ausstellen der Reservation keine 10 Sekunden und dank punktgenauer Wegbeschreibung zum entsprechenden Wagen sitzt man eine Minute später auf dem reservierten SItzplatz. Und dies am riesigen Seouler Hauptbahnhof.

In Dongdaegu musste ich auf den langsameren Saemaeulho-Zug wechseln, verpflegt mit einem Frühstück in Form von falschem Sushi (Reisrollen ohne Fisch) und kohlensäurehaltigem Traubensaft. Nach insgesamt 3:20 Stunden erreichte ich schliesslich Gyeongju, die ehemalige Hauptstadt der Silla-Dynastie, welche über 80'000 Einwohner hat.

Das Han Jin Hostel in Gyeongju.

Im etwas heruntergekommenen Han Jin-Hostel lernte ich meine Zimmergenossin, die Kalifornierin Eileen kennen. Gemeinsam machten wir uns auf die auch bei Koreanern sehr beliebte Touristenstadt zu erkunden. Nach dem Abendessen erforschten wir die Gegend um den Anapji-Teich, einem riesigen Teich voller Lotusblüten. Gleich daneben befindet sich der Imhaejeon-Park, wo sich alte, wunderschön illuminierte Bauten aus der Silla-Zeit bestaunen lassen. Auf dem Heimweg folgte ein Abstecher zur Cheomseongdae Sternwarte, der ältesten Sternwarte Asiens (Lonely Planet) oder der Welt (Reiseführer von der Tourismusbehörde).

Am Imhaejeon-Park.

Am Imhaejeon-Park.

Die Cheomseongdae-Sternwarte.

Reisetag 6, Donnerstag 26. August 2010

Nach einer heissen Nacht (wegen den Temperaturen, nicht wegen Eileen) machte ich mich am Morgen mit dem Deutschen Uli auf den Weg zum Bulguksa-Tempel, einem der schönsten Tempel Koreas, ca. 17 Kilometer von Gyeongju entfernt. Da die Temperaturen jedoch die 30°-Marke bei weitem überschritten hatten und Schatten rar war traten wir nach etwa einer Stunde den Rückzug an.

Der Bulguksa-Tempel.

Zurück im Hostel wurden endlich die obligaten Postkarten geschrieben, welche ich auf dem Postamt getreu nach dem Motto "Rettet die Briefmarke" in letzter Sekunde vor einer hässlichen Klebeetikette retten konnte. Am Abend holte ich mir ein paar kulinarische Leckerbissen vom Markt am Bahnhof. Die Grasomeletten konnten nicht wirklichen überzeugen, die chinesischen Dumplings (Teigtaschen) hingegen schon.

Eben hatte ich mich ein wenig durch Koreanische Fernsehen gezappt. Neben Baseball auf 9 (!) Sendern und einem Koreanisch-Sprachkurs für Ausländer amüsierte ich mich besonders über eine Sendung in welcher sich Koreaner über die Essgewohnheiten der Thais lustig machen. Als wären ihre eigenen nicht wunderlich genug: Hundesuppe, lebendiger Oktopus und mit Wurstbrät gestopfter Aal stehen hier auf dem Speiseplan. Prost Mahlzeit.

Reisetag 4, Dienstag 24. August 2010

Heute war der wohl spannendste Teil meiner Reise angesagt. Da ich mich sehr fuer historische Orte interessiere war ein Ausflug an die Nordkoreanische (exakt: Demokratische Volksrepulik Korea) Grenze selbstverstaendlich Pflicht. Fuer 120'000 WON (ca. 108 Sfr.) buchte ich bereits vor Wochen die DMZ and Panmunjom Combined Tour. Start war um 8:00 beim luxurioesen Hotel Lotte. Mit einem bequemen Reisebus und 5 anderen westlichen Touristen und einer Menge Japanern wurden die rund 50 Kilometer nach Imjingak zurueckgelegt, wo die alte und die neue Eisenbahnbruecke ueber die Grenze bestaunt werden konnten. Uber die Freiheitsbruecke erreichten wir schliesslich den Checkpoint zur Demilitarisierten Zone, einem 241 Kilometer langem und 2 Kilometer breiten Grenzstreifen der die koreanische Halbinsel trennt.

Die beiden Eisenbahnbruecken.

Wunschwand vor der Grenze.

Zuerst konnten wir vom Dora Observatorium aus einen Blick in den Norden werfen. Danach besuchten wir den dritten von bisher 4 entdeckten Tunneln mit denen die Nordkoreaner den Sueden untergraben wollten um Seoul anzugreifen. Mit einer Monorail wurden wir weit in die Tiefe gefahren, waehrend die Individualtouristen den Weg zu Fuss zuruecklegen mussten. Fotos durften hier wie leider an vielen interessanten Stellen keine gemacht werden.

Die letzte Bahnstation im Sueden.

Nach dem Besuch der Dorasan Station, dem letzten Bahnhof vor der Grenze wurde uns ein Bulgogi, ein koreanisches Barbeque serviert. Danach ging es endlich los in die Joint Security Area (Panmunjom), einer von US-Truppen ueberwachten Sicherheitszone welche sich innerhalb der Demiilitarisierten Zone (DMZ) auf beiden Seiten Koreas befindet. Zuerst wurden wir im Camp Bonifas in die Geschichte des Koreakrieges eingeweiht.

Danach wurden wir unter strengster Bewachung unmittelbar an die Grenze gefahren. In Zweierreihen durften wir die Barracken unmittelbar an der Demarkationslinie betreten. Hier hatten wir rund eine Minute Zeit Fotos zu schiessen und einen Schritt ueber die Grenze zu setzen (dies natuerlich stehts innerhalb der JSA, aber rein geographisch waren wir in Nordkorea). Ploetzlich wurde es wieder hektisch und wir wurden zurueck in die Busse verfrachtet, Nur von den Bussen aus durften wir die Demarkationslinie von aussen fotografieren.

Links der Sueden, rechts der Norden.

Am Boden sieht man die Demarkationslinie.

Panmunjom.

Zurueck in Seoul fuhr ich mit der U-Bahn zum Jamsil Sorts Complex, wo das Baseball-Derby wischen den Doosan Bears und den LG Twins, den beiden Teams aus Seoul auf dem Programm stand. Hier ging es mir mehr um das Erlebnis als um das Spiel, da ich von letzterem ohnehin nicht viel verstand. Die Stimmung war toll, auch wenn die Gesaenge alle irgendwie nach "3 Chinesen mit dem Kontrabass" toenten. Schaetzungsweise 20'000 Zuschauer wollten das Spiel sehen, welches auch im Fernsehen uebertragen wurde. Da es in Stroemen regnete und meine Plaetze (7'000 WON, ca. 6.30 Sfr.) unueberdacht waren zog ich es vor nach etwa 1 1/2 Stunden und einer leckeren Stadionmahlzeit wieder den Heimweg anzutreten.

Im Jamsil Stadium.

Eine Stadionmahlzeit.

In etwa einer Stunde werde ich Seoul verlassen. Wie regelmaessig die Berichte in den naechsten Tagen erscheinen werden haengt vom Internet in den kommenden Hostels ab.

Reisetag 1, Samstag 21. August 2010

Rund 8 Monate nach der Buchung war es heute endlich soweit. Meine 3-wöchige Reise nach Ostasien konnte beginnen. Gegen Mittag brachten mich meine Eltern zum Flughafen Zürich, wo ich gerade noch den A380 von Singapore Airlines starten sah, mit der Gewissheit am Abend im selben Flugzeugtypen von Emirates Airline zu sitzen. Die 4 Flüge von Zürich über Dubai nach Seoul und auf demselben Weg von Tokio wieder nach Hause kosteten mich gerade mal 790 Euro, gebucht bei opodo.de.

Nach kurzem Anstehen am Check-In-Schalter (mein Rucksack brachte es auf 16.9 Kilogramm) und der  Passkontrolle gönnte ich mir ein letztes Bierchen auf europäischem Boden. Eigentlich bedenklich dass selbst am Flughafen Zürich das Bier billiger ist als in meinem Stammpub.

Der erste Flug in der riesigen Boeing 777 von Emirates verbrachte ich hauptsächlich schlafend. Am Flughafen Dubai offerierte mir die Airline eine Transitmahlzeit, obwohl die erforderliche Transitzeit von 4 Stunden nicht erfüllt wurde. Man muss eben nur lieb fragen.

Am Flughafen in Dubai.

Mein Flieger, der neue A380 von Emirates.

Reisetag 2, Sonntag 22. August 2010 

Fast pünktlich bin ich schliesslich am Flughafen Incheon, rund 50 Kilometer von Seoul entfernt angekommen. Das Einreiseprozedre dauerte überdurchschnittlich lange, genau wie die Fahrt mit der Metro via Flughafen Gimpo in die Innenstadt. Meine Unterkunft, das Hong Guesthouse nahe der Hongik Universität, liegt nahe einer belebten Kneipenstrasse wo abends mächtig was los ist. Gestern fand eine Art Battle of the bands in einem kleinen Park an besagter Strasse statt. Von Death Metal über Sex Pistols bis hin zu Flogging Molly war alles zu hoeren. 

Die Kneipenstrasse in Hongdae.

Eine der Bands im Park.

Reisetag 3, Montag 23. August 2010 

Heute hatte ich Zeit die koreanische Hauptstadt bei Tageslicht zu erkunden. Der Cheonggyecheon-Fluss, eine Aneinanderreihung von Sehenswuerdigkieten, war aus unerklaerlichen Gruenden jedoch komplett gesperrt. Das Wetter machte mir schliesslich einen Strich durch die Rechnung, so dass ich gegen Mittag bei stroemendem Regen erst einmal ein landestypisches Imbisslokal besuchte. Als erste Mahlzeit nach den unzaehligen Flugzeugmenues waehlte ich Bibimbap (5'000 WON, ca. 4.30 Sfr.), eingelegtes Gemuese mit scharfer Sauce und Reis. Insbesondere der Geschmack des Gemueses (Kimchi) loeste in meinem Gaumen eher Brechreiz als Begeisterung aus. Daher werde ich beim Essen wohl in Zukunft eher auf die suedostasiatisch angehauchten Strassenstaende zurueckgreifen.

Der Cheonggyecheon-Fluss.

Ein Park zur Erinnerung an den Koreakrieg.

Nach dem Essen schaute ich mich ein wenig in einem riesigen Supermarkt um. Interessant wie die Produkte hier praesentiert werden: Im Milchregal prangen Werbebildschirme, Fruechte werden kaum unverpackt angeboten und die Salate wachsen direkt im Laden.

Der moderne Teil des Hauptbahnhofs in Seoul.

Vor kurzem holte ich mir am Hauptbahnhof in Seoul den Korea Rail Pass (3 Tage, 75'900 Won, ca. 66 Sfr.) ab, mit welchem ich unbegrenzt saemtliche Zuege in Korea benutzen darf. Der Hauptbahnhof (zumindest der alte Teil) ist uebrigens ein Nachbau des alten Luzerner Hauptbahnhofs (oder war es umgekehrt?). Leider war dieser von Geruesten verbaut so dass ich Euch kein Foto liefern kann. Heute Abend werde ich mich wohl noch einmal ins Kneipenviertel begeben, ausser ich wuerde noch einen Termin fuer ein Baseball-Spiel finden, denn so eines zu besuchen wurde mir schon oefters empfohlen.

Hier noch einige Preisbeispiele: U-Bahn, je nach Strecke ab 1000 WON, ca. 0.85 Sfr., ein halber Liter Bier im Restaurant ab 2500 WON, ca. 2.15 Sfr., Getraenk am Automaten ab 600 WON, ca. 0.50 Sfr.

Fussball, Deutschland, DFB-Pokal, neuer Ground
16.08.10 VfR Aalen - FC Schalke 04
1:2 (0:1), 13'452 Zuschauer (ausverkauft, Stadionrekord), Scholz-Arena, Aalen

Zusammen mit Andrea aus Zürich und Claudio aus Egliswil (beide Schalke 04-Fans) stand heute ein Ausflug nach Schwaben, genauer nach Aalen auf dem Programm. Ihr geliebter königsblauer Verein traf an diesem Abend im Rahmen des DFB-Pokals auf den örtlichen Drittligisten VfR Aalen.Claudio übernahm freundlicherweise die Chauffeurdienste und nach rund 4 Stunden Fahrt erreichten wir Aalen, wo wir uns erst einmal ein schwäbisches Abendessen in Form von Kässpätzle beziehungsweise Rahmschnitzel gönnten.

Die SCHOLZ-Arena in Aalen.

Die SCHOLZ-Arena in Aalen.

Die Aalener Fans.

Spontan entschied ich mich am ausnahmsweise freien Samstag für einen Ausflug in die Möchtegernweltstadt am Genfersee. Da ich ausser Stadien, Flughafen und Bahnhöfen von Genf bisher kaum etwas gesehen hatte entschied ich mich für eine frühe Anreise um die Sehenswürdigkeiten am Seeufer zu besichtigen. Den riesigen Springbrunnen, den Jet d’eau im Seebecken, die Sissi-Statue (die Kaiserin wurde hier am Quai Mont Blanc ermordet) und das Brunswick-Denkmal hat man allerdings schnell gesehen. So bewegte ich mich gegen 16:00 in Richtung Chêne-Bourg, einer Vorortsgermeinde von Genf mit einem hübschen Stadion.

Der Jet d'eau in Genf.

Fussball, Schweiz, Qualifikation Schweizer Cup, neuer Ground
14.08.10 CS Chênois - Etoile Carouge FC
3:2 n. V. (0:2, 2:2), ca 400 Zuschauer, Stade des Trois-Chênes, Chêne-Bourg

Das Stade des Trois-Chênes in Chêne-Bourg.

Nach dem packenden Cupfight mit Verlängerung wurde die Zeit knapp, doch rund 8 Minuten vor Anpfiff der zweiten Partie fand ich mich im über 100-jährigen Stade de Frontenex, dem vermutlich ältesten Stadion der Schweiz ein. Die Hauptribüne ist ein wahres Schmuckstück und steht aus gutem Grund unter Denkmalschutz.

Fussball, Schweiz, Qualifikation Schweizer Cup, neuer Ground
14.08.10 Urania Genève Sport - FC Grenchen
0:3 (0:2), ca. 200 Zuschauer, Stade de Frontenex, Genève

Das Stade de Frontenex in Genève.

Fussball, Schweiz, Challenge League
07.08.10 FC Aarau - FC Wohlen
2:0 (0:0), 5'200 Zuschauer, Stadion Brügglifeld, Aarau

Die Aarauer Fankurve.

Die Aarauer Fankurve.

Die Haupttribüne im Stadion Brügglifeld in Aarau. 

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