Siem Reap und die Tempelstaedte von Angkor.
04. Oktober 2008 10:04, geschrieben von stecki82, Kategorien [ Kambodscha ][ (3) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Am Mittwoch reisten wir von Phnom Penh mit einem ziemlich ungemuetlichen, jedoch klimatisierten Reisebus nach Siem Reap im Norden des Landes. Unser Fahrer hielt es auch fuer noetig auf dieser rund sechsstuendigen Reise zwei laengere Pausen einzulegen. Am spaeteren Nachmittag erreichten wir als die Touristenstadt Siem Reap, wo wir am Busbahnhof von einem Tuk Tuk-Fahrer abgeholt wurden. Schliesslich hatten wir dieses Mal unser Gaestehaus schon im voraus gebucht, welches sich als wahrer Gluecksgriff herausstellte. Allgemein sind die Menschen in Kambodscha bisher die freundlichsten (aber zugleich aermsten) die wir bisher auf unserer Reise getroffen haben.
Den Donnerstag verbrachten wir wie geplant groesstenteils im Gaestehaus und auf dem wenig spannenden Markt. Schliesslich will man ja zwischendurch auch etwas entspannen. Am Abend war eigentlich ein Besuch der oertlichen Partymeile mit dem Deutschen Klaus angesagt, doch meine Wenigkeit musste bereits nach dem ersten Bier aufgrund von Magenproblemen den Rueckzug antreten. Der geplante Besuch der Tempel von Angkor am naechsten Tag musste ebenso verschoben werden. Gruende dafuer waren inzwischen massiv ueberhoehte Temperaturen meinerseits, sowie die kurze und alkoholreiche Nacht meines Begleiters.
Um Siem Reap zu besuchen gibt es eigentlich nur zwei Gruende: Entweder man besucht das Kinderkrankenhaus des Schweizers Dr. Beat Richner, oder eben die riesige Tempelanlage Angkor, welche sich vor den Toren der Stadt auf ueber zweihundert Quadratkilometern erstreckt und mehrere ehemalige Hauptstaedte beinhaltet. Hier befand sich vom 9. bis zum 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Koenigreiches Kambuja. Bis heute wurden bereits mehr als eintausend Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Angeblich sollen hier ueber eine Million Menschen auf ueber eintausend Quadratkilometern gelebt haben.
Direkt vom Gaestehaus folgten wir per Tuk Tuk also dem Strom der Touristen, berappten brav die stolzen zwanzig US-Dollar Eintritt und begutachteten die wichtigsten der unzaehligen Tempelanlagen, allen voran Angkor Wat, den groessten Tempelkomplex der Welt. Einige davon sind wieder restauriert worden, andere wurden so belassen, wie sie von der Natur ueber Jahrhunderte zurueckerobert wurden. Es kommt also haeufig vor, dass ganze Daecher eingestuerzt sind, und inmitten des Tempels Baeume herausragen, ja diese sogar umschlingen.
Manche Gebilde musten zuerst durch einen anstrengenden Aufstieg erklommen werden, andere, von den Touristen einigermassen verschonte, boten lauschige Plaetzchen zum verweilen. Zusammenfassend koennen wir von Angkor sagen, dass diese Staedte etwas vom beeindruckendsten sind, dass wir je gesehen haben. Zumal ja ein grosser Teil bisher noch gar nicht freigelegt wurde.
Nun geniessen wir den letzten Abend in Siem Reap, ehe es morgen auf eine zwoelfstuendige Busreise geht.
Von Chau Doc nach Phnom Penh.
30. September 2008 13:20, geschrieben von stecki82, Kategorien [ Kambodscha ][ (2) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Nach einer rund zwoelfstuendigen Reise mit Fahrrad, Boot und Bus auf dem Mekong und seinen zahlreichen Nebenfluessen erreichten wir samstags ziemlich spaet am Abend die Kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Eigentlich waren wir ziemlich froh darueber dass uns der Fahrer direkt bei einem Gaestehaus seiner Wahl auslud, denn die Reise hatte uns doch ziemlich viel abverlangt.
Am naechsten Tag vertrieben wir uns die Zeit mit einem kleinen Stadtrundgang und einem Besuch im Nationalstadion, in dem wir leider einmal mehr kein Spiel verfolgen konnten. Am Abend ertoente ploetzlich droehnend laute Technomusik aus der Nachbarschaft. Nach wenigen Schritten stellten wir fest, dass diese zu einem Wasserspiel gehoerte, das im benachbarten Park gerade gezeigt wurde.
Tags darauf folgte erneut ein trauriges Kapitel in der Geschichte. Von 1975 bis 1979 regierte die Guerillatruppe "Rote Khmer" das Land. Waehrend dieser Zeit fanden rund zwei Millionen Menschen in Kambodscha (welches zu der Zeit Kampuchea hiess) den Tod, viele davon wurden vorher auf brutalste Weise gefoltert, ehe sie vor Ihren Graebern mit Schaufeln erschlagen wurden. Auch unzaehlige Kinder wurden getoetet, in dem sie schlichtweg gegen einen Baum geschlagen wurden.
Viele dieser Verbrechen geschahen in der ehemaligen Schule Tuol Sleng, welche spaeter zu einem Konzentrationslager umfunktioniert wurde. Heute befindet sich im selben Gebaeude ein Museum. Vor dem Muesumsbesuch fuhren wir allerdings zu den "Killing fields", rund vierzehn Kilometer ausserhalb der Stadt. Hierher wurden die Gefangenenen deportiert, ehe sie in Massengraebern verscharrt wurden, manchmal tot, manchmal lebendig. Inmitten des Parks thront ein riesiger Glasturm, in welchem tausende von menschlichen Schaedeln aufgebahrt sind. Rund 17'000 Leichen wurden alleine hier in Choung Ek gefunden.
Heute folgte der um einiges angenehmere Teil unseres Aufenthaltes hier. Wir spazierten zum Supermarkt und besorgten unsere Tageseinkaeufe: 14 Zahnbuersten, 6 Seifen, 4 grosse Tuben Zahnpasta, Spielzeug und 25 Kilogramm Reis. Wozu? Zusammen mit einem Tuk Tuk-Fahrer brachten wir diese Dinge in ein nahegelegenes Waisenhaus.
Hier wurden wir von vielen lachenden Kindern empfangen, welche sich riesig ueber die mitgebrachten Praesente freuten. Schliesslich leben sie hier in aermsten Verhaeltnissen. Auf zwei Zimmer verteilt leben hier rund 34 Kinder verschiedenster Altersstufen. Einige der Kinder waren jedoch nicht anwesend, da hier drei Tage lang das Fest Pchum Ben gefeiert wird. Als Kroenung des heutigen Feiertages servierten uns die Kinder ein Stueck Bananen-Reiskuchen, welches trotz etwas gewoehnungsbeduerftigem Aussehen hervorragend schmeckte.
Viel zu frueh mussten wir wieder in Richtung Gaestehaus aufbrechen, von wo aus noch der Spaziergang zum Italiener unseres Vertrauens erfolgte.




