Fussball, Irland, League of Ireland, neuer Ground
13.03.09 Shamrock Rovers FC - Sligo Rovers FC
2:0 (1:0), 3'500 Zuschauer (ausverkauft), Tallaght Stadium, Tallaght

Weitere Fotos sind unter http://picasaweb.google.de/Stecki82/DublinGalway zu finden.

Nachdem ich letztes Jahr in der Woche um den St. Patrick's Day in Irland war stand für mich fest dass diese Reise von da an jährlich wiederholt werden musste. Und so buchte ich im Februar für unschlagbare 60 Schweizer Franken den Hin- und Rückflug von Zürich nach Dublin mit der Irischen Aer Lingus.

Mit dem Mietwagen machte ich mich am Donnerstagabend auf den Weg in die Innenstadt von Dublin, wo ich mich mit Aggi, einem Mongolen den ich in dessen Heimatland kennenlernte traf. Nach ein paar Pint Guinness stellte er mich Tsoggo vor, wo ich für die nächsten zwei Nächte ein eigenes Zimmer nutzen konnte.

Am Freitag machte ich einen kleinen Stadtbummel bei herrlichstem Frühlingswetter. Ziel war das Guinness Storehouse am St. James Gate, der meistbesuchtesten Touristenattraktion Irlands. Hier wird die ganze Geschichte des beliebtesten Stout-Bier der Welt auf sehr interessante Weise erklärt. Ausserdem hat man von der Gravity-Bar, dem höchsten Punkt Dublins, eine geniale Aussicht auf die gesamte Stadt.

Die Guinness-Brauerei in Dublin.

Am Abend fuhr ich nach Tallaght in Süd-Dublin, wo im brandneuen Tallaght Stadium das Spiel zwischen den Shamrock Rovers und den Sligo Rovers statfinden sollte. Es war das erste Spiel in dem Stadion. Nach 22 Jahren (!!!) im Exil des Erzrivalen Shelbourne FC haben die Rovers nun endlich wieder eine eigene Heimat. Das letzte Spiel im eigenen Stadion Glenmalure Park fand im April 1987 statt. Gegner damals waren ebenfalls die Sligo Rovers. Man trennte sich 1:1 unentschieden.

Choreo am Eröffnungsspiel.

Da das Stadion noch über keine Stehplätze verfügt war es mit 3'500 Zuschauern restlos ausverkauft. Pünktlich zu Spielbeginn setzte heftiger Regen ein, was die beiden Fangruppen aber nicht an der Durchführung ihrer Choreos hinderte. Bereits nach wenigen Minuten wurde das Stadion vermeintlich entjungfert, doch der Treffer zählte nicht. Am Ende setzte es doch einen 2:1 Sieg der heimischen Rovers ab. "We're not homeless anymore"! Diese Tatsache war den Fans an jenem Abend jedoch sichtlich wichtiger.

Das Tallaght Stadium.

Am nächsten Abend holte ich René vom Flughafen ab. Kennengelernt haben wir uns letztes Jahr auf dem Weg nach Dublin. Zusammen ging es zu Tsoggo, wo schon ein typisch Mongolisches Essen und eine Flasche besten Bordeaux-Wein auf uns wartete. Spät am Abend folgte die kurze Fahrt nach Newgrange, wo wir es uns in der wunderschönen Newgrange Lodge bequem machten, dem besten Hostel in dem ich je war.

Nachtessen bei Tsoggo.

Wie bereits letztes Jahr stand am nächsten Morgen die Besichtigungs des Hügelgrabes Newgrange auf dem Programm. Ein spektakulärer Bau, 1000 Jahre älter als die Pyramiden von Gizeh.

Anschliessend fuhren wir gemächlich und mit einigen Zwischenstopps nach Galway an der Westküste. Hier trafen wir uns mit der Zürcherin Sabrina, welche René auf dem Flug nach Dublin begleitete. Zusammen stürzten wir uns ins Nachtleben des idyllsichen Städtchens.

Das ehemalige Kloste Clonmacnoise.

Gruppenbild mit Sabrina, René und mir.

Leider erfolgte bereits am nächsten Morgen die Rückreise nach Dublin, wo um Mittag das Auto abgegeben werden musste. Die nächsten beiden Tage folgte ein exzessiver Genuss des Dubliner Nachtlebens, worauf wohl nicht mehr näher eingegangen werden muss (ist wohl besser so für alle Beteiligten). Wir haben es auf jeden Fall genossen, und auch die mit 675'000 Zuschauern rekordträchtige St. Patrick's Day-Parade war erneut sehenswert.

Die St. Patrick's Day Parade.

Die Band K9's in unserem Stammpub in Dublin.

René und Ich im Fitzgerald's Pub.

Nach zwei Nächten im riesigen und sehr luxuriösen Bewley's Hotel in Ballsbridge ging es am Mittwoch leider viel zu früh zurück nach Hause. Doch nächstes Jahr kommen wir bestimmt wieder. Ein Ausflug an den St. Patrick's Day kann ich jedem ans Herz legen.

Fussball, Schweiz, ASL
11.03.09 FC Aarau - Grasshopper Club Zürich
1:0 (0:0), 3'600 Zuschauer, Stadion Brügglifeld, Aarau

Am Mittwochabend wurde ich kurzfristig auf das Nachtragsspiel Aarau gegen GC aufmerksam. Da ich nicht allzuweit vom Aarauer Brügglifeld entfernt wohne bot sich ein kleiner Ausflug gegen die Langeweile an.

Da ich vor dem Stadion einige befreundete GC-Fans traf beschloss ich dem Spiel im Gästesektor beizuwohnen. Dank der unkonventionellen Anspielzeit von 18:45 (Champions League sei dank) fanden nur wenige Fans den Weg ins Stadion.

Zu Beginn entrollte der Zürcher Anhang ein paar Transparente um eben gegen diese Anspielzeit zu protestieren. Ein weiteres Spruchband appelierte an den Stolz der Spieler, welche in der Rückrunde bisher nicht gerade Glanzleistungen vollbrachten.

Protestspruchband der GC-Fans (Copyright: Patrick Haller).

Das Spiel war eine Zumutung, woran der der Acker welcher Spielfeld genannt wurde nicht ganz unschuldig war. Die Aarauer waren es welche nach einer längeren Durststrecke wieder einmal ein Spiel für sich entscheiden konnten. Alles in allem ein relativ trostloser Fussballabend.

Fussball, Schweiz, ASL
08.03.09 FC Luzern - FC Zürich
1:3 (1:0), 9'655 Zuschauer, Stadion Allmend, Luzern

Fotos wurden von meiner Seite keine gemacht. Wer will kann aber bei Soke reinschauen: http://www.soke2.de/spiele/090308_luzern_zurich/default.html

Kaum zurück aus Slowenien ging es weiter an das nächste Heimspiel des FC Luzern. Abgeholt wurde ich gegen Mittag von Soke, Ralf und Timo aus der Gegend um Stuttgart. Wie viele Groundhopper momentan wollten auch sie die Allmend noch abhaken, bevor der alte, aber beliebte Ground im Sommer einem Neubau weichen muss.

Der heutige Gegner war kein leichter, nämlich der FCZ, der Stadtclub aus Zürich. Doch da man auch den FC Basel dominierte war man heute zuversichtlich was die Punkteausbeute anging. Und tatsächlich, erneut war es der Tabellenletzte der das Spiel beherrschte und gar mit 1:0 in Führung ging. Doch wie immer waren es die letzten Minuten, in denen der FCL das Spiel noch aus den Händen gab. Dieses Mal kassierte man sogar drei Tore, eines davon auf Elfmeter.

Fantechnisch gab es auf Zürcher Seite eine hübsche, aber nicht spektakuläre Choreographie mit den Buchstaben F C Z. Auf Luzerner Seite wurde seit langem zum ersten Mal wieder etwas Pyro gezündet, nämlich schwarzer Rauch.

Enttäuscht gönnten wir uns nach dem Spiel noch ein Bierchen in der Zone 5, dem Lokal der United Supporters Luzern. Für mich war es erneut eine Enttäuschung, für die Deutschen allerdings ein gelungener Ausflug, auch wen sie lieber einen Heimsieg gesehen hätten.

Fussball, Oesterreich, Stiegl-Cup, neuer Ground
03.03.09 FC Admira Wacker Mödling - SV Ried
1:1 (0:0), 2:2 (2:1) n.V., 4:3 n.P., 1'300 Zuschauer, Trenkwalder Arena, Maria Enzersdorf

Fussball, Kroatien, NK-Kup, neuer Ground und Länderpunkt
04.03.09 NK Zagreb - NK Dinamo Zagreb
0:2 (0:1), 3'000 Zuschauer, Stadion Kranjèeviæeva, Zagreb

Fussball, Österreich, ADEG Erste Liga, neuer Ground
06.03.09 FC Gratkorn - SKN St. Pölten
2:1 (1:0), 650 Zuschauer, Sportstadion der Marktgemeinde Gratkorn, Gratkorn

Fussball, Slowenien, Prva Liga Telekom, neuer Ground und Länderpunkt
07.03.09 NK Maribor - NK Nafta Lendava
3:1 (2:1), 4'500 Zuschauer, Stadion Ljudski vrt, Maribor

Weitere Fotos sind unter http://picasaweb.google.de/Stecki82/OsterreichZagrebMaribor zu finden.

Am Dienstagmorgen führte mich der Weg erst via Zürich und Buchs nach Österreich, ehe ich am späteren Nachmittag nach einer Fahrt im bequemen ÖBB-Eurocity die wunderschöne Stadt Wien erreichte. Zeit für Sightseeing hatte ich diesmal keine, denn mit der Lokalbahn (eigentlich nur ein Tram) gings weiter nach Maria Enzersdorf, der Heimat des Zweitigisten Admira Wacker Mödling.

Die Trenkwalder-Arena, früher bekannt als Bundesstadion Südstadt, befindet sich nur wenige Schritte neben der Haltestelle Maria Enzersdorf Südstadt. Hier fand an jenem Abend das Viertelfinalspiel im ÖFB-Stiegl-Cup zwischen Admira Wacker Mödling und dem Bundesligisten SV Ried aus Oberösterreich statt.

Von Klassenunterschied war nichts zu spüren, das Heimteam setzte die Gäste von Beginn weg unter Druck. Trotzdem waren es diese, welche das erste Tor erzielten. Wenige Minuten vor Schluss kam dann doch noch der verdiente Ausgleich. In der Verlängerung erhöhte die Admira gar auf 2:1. Wie ein Stich ins Herz schien der erneute Ausgleich in der Schlussminute. Es kam zum Elfmeterschiessen, welches zu Gunsten der Gastgeber ausging. Ein gerechtes Ergebnis, auch da der Schiedsrichter Manfred Krassnitzer in seiner Rolle alles andere als überzeugte.

Die Trenkwalder-Arena in Maria Enzersdorf.

Pyro im Heimblock.

Das Spiel war eines der spannendsten seit langem, auch die Randerscheinungen waren durchaus positiv. Beide Fangruppen machten mit massiver Pyro auf sich aufmerksam, und dies über das gesamte Spiel verteilt.

Pyro der Gäste.

Exakt drei Minuten nach dem Schlusspfiff fuhr die letzte Bahn in Richtung Osten. Über Meidling führte mich der Weg nach Sopron, dem Ungarischen Grenzbahnhof, wo ich rund vier Stunden im einigermassen komfortablen Warteraum überbrücken musste. In der Früh gings über Nagykanizsa (auch hier folgte ein längerer Aufenthalt) weiter nach Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens.

Zwischenstopp in Ungarn.

Mit dem bisherigen Wetterglück schien es nun vorbei zu sein, denn mein gesamter Aufenthalt in Kroatien wurde von heftigem Regen begleitet. Ich machte mich also auf dem schnellsten Weg auf ins vorher gebuchte Buzz Backpackers, einem gemütlichen Hostel, welches allerdings nur von Japanern bewohnt wird. Es folgte ein kurzer Verpflegungsstopp, ehe das Stadion Kranjèeviæeva, unweit vom Bahnhof Glavni Kolodvor aufgesucht wurde. Hier fand heute das Stadtderby zwischen NK Zagreb und Dinamo Zagreb statt. Von Derbystimmung war ausser dem massiven Polizeiaufgebot allerdings nicht viel zu spüren. Die Zuschauerzahl hielt sich mit 3'000 in Grenzen und bestand ohnehin fast nur aus Anhängern von Dinamo. Diese waren es auch die während dem Spiel durch ihr Pyroaktion für einen kurzen Unterbruch sorgten. Das Spiel ging dann auch mit 2:0 an die Gäste aus dem Stadtteil Maksimir.

Pyro der Dinamo-Fans.

Der nächste Tag wurde für Sightseeing genutzt, auch wenn ich dabei ziemlich durchnässt wurde. Die Altstadt von Zagreb ist ganz nett anzusehen, und auch die Leute hier sind recht freundlich. Etwas schade fand ich jedoch dass man im Zentrum kaum einheimische Restaurants findet, lediglich Italienische. Dafür scheint der ganze Fast Food-Hype hier noch in den Kinderschuhen zu stecken. Den Abend liess ich dann im Hostel mit zwei Japanerinnen aus Hiroshima bei einigen Tassen Tee ausklingen.

Dinamo-Tram in der Innenstadt.

Früh aus den Federn hiess am Freitagmorgen. Mit dem Eurocity fuhr ich in die Steirische Hauptstadt Graz, wo ich im altbekannten Jugend-und Familiengästehaus eincheckte. Dieses suche ich jedesmal auf wenn ich dieser Gegend bin, schon alleine wegen dem fantastischen Frühstücksbuffet. Ich legte mich noch ein paar Stunden schlafen um am Abend ausgeruht den kurzen Weg nach Gratkorn in Angriff zu nehmen. Viele Alternativen gab es bei dem Wetter ja schliesslich nicht. Gratkorn liegt rund zehn Bahnminuten nördlich von Graz und ist vor allem durch die Papierfabrik Sappi bekannt. Das zweite Aushängeschild der Marktgemeinde ist der örtliche Fussballklub, welcher in der zweithöchsten Spielklasse des Landes vertreten ist.

Der heutige Gegner kam aus St. Pölten und brachte rund 20 aktive Fans mit, welche neunzig Minuten für Unterhaltung sorgten. Von den Heimfans war kaum etwas zu sehen, geschweigedenn zu hören. Das Spiel endete mit 2:1 für den FC Gratkorn, mehr gibt s dazu nicht zu schreiben.

Das Stadion der Marktgemeinde Gratkorn.

Am nächsten Samstag folgte eine kurze Fahrt nach Maribor, der zweitgrössten Stadt Sloweniens unweit der Österreichischen Grenze. Der Nachmittag wurde in der hübschen Fussgängerzone verbracht und als die Geschäfte dann schlossen wechselte ich ins Irish Pub, wo zu einem Pint Guinness Deutsche Bundesliga geschaut werden konnte. Leider wurde genau das langweiligste Spiel des Tages, Hoffenheim gegen Bremen gezeigt.

In der Innenstadt von Maribor.

Kurz vor Abpfiff trottete ich dann zum Stadion Ljudski vrt, der Heimstätte des NK Maribor. Das Stadion wurde in den letzten Monaten massiv erneuert. Die markante alte Haupttribüne blieb bestehen und wurde durch eine ähnliche Konstruktion auf den anderen drei Seiten ergänzt. Alles in allem hat das Stadion trotz der Modernisierung seinen speziellen Charakter nicht verloren.

Zum heutigen Spitzenspiel gegen den NK Nafta Lendava kamen 4'500 Zuschauer ins Stadion, die Gäste allerdings erst mit rund zwanzig Minuten Verspätung. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:1 und die erste Pyroshow des Spiels war Geschichte. Die Gäste präsentierten noch eine Minichoreographie, ehe sie den Rest des Spiels mit nacktem Oberkörper supporteten. Mit den Fans des Platzherren konnten sie sich jedoch in keinster Weise messen, und auch auf dem Rasen ging das Kräftemessen mit 3:1 an den aktuellen Leader der Prva Liga Telekom, der höchsten Liga Sloweniens. Von diesem Spiel war ich positiv überrascht, ebenso in spielerischer wie in fantechnischer Hinsicht.

Der Heimblock.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff bestieg ich erst den Eurocity nach Graz, wo dann der direkte Nachtzug nach Zürich mit seinen wunderbar bequemen Sechserabteilen einrollte. Gegen 10:00 war ich dann auch zuhause, wo ich kurz duschen konnte ehe es weiter zum Spiel des FC Luzern ging.

Fussball, Schweiz, ASL
01.03.09 FC Luzern - FC Basel 1893
1:2 (1:1), 10'154 Zuschauer, Stadion Allmend, Luzern

Fotos wurden von meiner Seite keine gemacht. Wer will kann aber bei Schesl reinschauen: http://fcl.fan-fotos.ch/?seite=fotos&saison=2008-2009&gal=09_fotos/2009-03-01-fcluzern-fcbasel

Immer noch am Tabellenende empfing der FC Luzern heute Nachmittag den amtierenden Meister FC Basel, welcher in der letzten Partie des vergangenen Jahres noch überraschend mit 5:1 nach Hause geschickt wurde. Und tatsächlich schien der FCL dem Sieg auch dieses Mal wieder näher zu sein als die Basler. Diese gingen zwar durch Gjasula in Führung, Paiva glich aber kurze Zeit später aus.

Erneut war es der Schiedsrichter der auf sich aufmerksam machte. Valentin Stocker hätte nach rund 20 Minuten schon mit gelb-rot vom Platz fliegen dürfen, spätestens aber nach seinem brutalen Einsteigenen gegen den Luzerner Lustenberger, wofür er auch direkt den Platzverweis hätte bekommen müssen.

Nachdem die Luzern das ganze Spiel hindurch dominierten, jedoch insbesondere Ferreira und Frimpong nicht zu wissen schienen dass das Spielgerät hinter die Linie muss, kam es wie es kommen musste: In der 92. Minute gelang den Baslern der Siegtreffer, und Luzern hatte sich einmal mehr selber geschlagen.

Zu Spielbeginn fielen die Basler mit einer zweifelhaften Choreographie auf. Gezeigt wurde eine riesige Kappelbrücke (das Wahrzeichen Luzerns), welche darauf in Brand gesetzt wurde, so wie in der Nacht vom 17. auf den 18. August 1993 das Original. Ein mehr als primitives Sujet, welches jedoch makellos ausgeführt wurde.

Fussball, Schweiz, ASL
28.02.09 FC Aarau - Grasshopper Club Zürich
0:3 (0:1), 4'100 Zuschauer, Stadion Brügglifeld, Aarau

Manchmal gibt es sie, diese langweiligen Samstage, an denen entweder keine vernünftigen Partien angesetzt oder bereits eingeplante wieder abgesagt wurden. An solchen Samstagen zieht es mich gelegentlich ins Brügglifeld nach Aarau, welches von daheim aus in weniger als dreissig Minuten mit dem Zug erreichbar ist.

Bei herrlichem Frühlingswetter empfing der kriselnde FC Aarau die Grasshopper aus Zürich. Trotz den warmen Temperaturen fanden gerade einemal 4'100 Zuschauer den Weg ins schmucke Kleinstadion in der Kantonshauptstadt, welches in absehbarer Zeit durch eine modernere Spielstätte ersetzt wird.

Mit vielen Bekannten Gesichtern wurde das Spiel durch geplaudert, während die Gäste mehr als nur einmal positiv auf sich aufmerksam machten. Zu Spielbeginn wurde eine schöne Choreographie aus unzähligen Fähnchen, garniert mit ein paar Signalfackeln gezeigt. Zur 2. Halbzeit wurde gezündet was das Zeug hält. Leider haben sowohl ich als auch Kollege Haller es versäumt rechtzeitig die Kamera zu zücken. Von Haller stammen übrigens auch die beiden Bilder hier:

Intro der Zürcher zu Spielbeginn.

Fackel im Zürhcer Block während der 2. Halbzeit.

 

Nach der Pausenführung mit dem Minimalresultat gelang den Zürchern nach dem Seitenwechsel gleich ein Doppelschlag. Beim 0:3 blieb es dann auch bis am Schluss. Das Spiel selbst wies keine Highlights auf, wirklich gar keine, mit Ausnahme des Schiedsrichters Graf, welcher bei seinem ersten Einsatz in der obersten Spielklasse eine tadellose Leistung zeigte. Es gibt also doch noch Hoffnung am Schiedsrichterhimmel der Schweiz.

Fussball, Schweiz, ASL
22.02.09 Grasshopper Club Zürich - FC Luzern
1:0 (0:0), 4'100 Zuschauer, Stadion Letzigrund, Zürich

Ausgerechnet am Fasnachtssonntag, an dem in vielen Luzerner Vorortsgemeinden Umzüge stattfinden, war das Auswärtsspiel gegen die Grasshoppers aus Zürich angesetzt. Seit Mai 2000 konnte man auswärts nicht mehr gegen den GCZ gewinnen, und kassierte in 8 Partien nicht weniger als 29 Tore. Warum sollte es gerade heute anders sein?

Nur an die 200 Luzerner fanden den Weg in den Gästeblock des neuen Letzigrundstadions, Ein Bisschen mehr Zürcher waren auch da, doch die gemeldete Zuschauerzahl von 4'100 kann man schlichtweg als lächerlich bezeichnen. Während der Heimblock zeitweise gute Stimmung verbreitete, war es von unserer Seite ein bescheidenes Grüppchen dass über 90  Minuten durchhielt.

Luzerner Anhang.

Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit seitens der Innerschweizer lag es nur am Unvermögen der GC-Stürmer (und an FCL-Goalie David Zibung) dass diese nicht schon in Führung lagen.

Nach rund einer Stunde traf Bobadilla zum Führungstreffer für die "Platzherren", welche ja eigentlich auch nur im Exil spielen. Gegen den Neubau des eigenen Hardturmstadions wurde erneut Einsprache erhoben. Es folgte ein rund 20minütiges Aufbäumen der Luzern mit 2-3 guten Torchancen, schlussendlich blieb es aber beim 1:0 für die Grasshoppers, und der FC Luzern entfernt sich immer mehr vom rettenden 8. Tabellenplatz.

Die "gut gefüllte" Haupttribüne im Zürcher Letzigrund.

Nach dem Spiel  gings wieder mit den bereitgestellten Bussen der VBZ zum Bahnhof Altstetten, von wo der Luzerner Extrazug nach Luzern, und ich mit der S-Bahn nach Seon fuhr.

Fussball, Schweiz, ASL
18.02.09 FC Sion - FC Luzern
1:1 (1:0), 1'400 Zuschauer, Stade de Genève, Lancy
 

Fotos wurden von meiner Seite keine gemacht, wer will kann aber mal bei Schesl reinschauen: http://fcl.fan-fotos.ch/?seite=fotos&saison=2008-2009&gal=09_fotos/2009-02-18-fcsion-fcluzern

Eigentlich spielt der FC Sion im heimischen Stade de Tourbillon, doch weil dort momentan eher an Eishockey als an Fussball zu denken ist, wurde die Nachtragspartie gegen Luzern (wie auch das Heimspiel zuvor gegen Vaduz) in das Stade de Genève vor den Toren der Genfer Kantonshauptstadt verlegt. Da es sich beim Stade de Genève neben dem Zürcher Letzigrund wohl um das unbeliebteste Schweizer Fussballstadion handelt löste dies nicht gerade Frohlocken bei den Luzerner Fans aus, doch die Tatsache dass ein Eintrittsgeld nicht nötig und der FCL zum ersten Mal in diesem Stadion spielen sollte machte die Sache erträglicher.

Da am Morgen danach die Luzerner Fasnacht beginnen sollte konnten doch drei Busse ab Luzern gefüllt werden. Nach einer feuchtfröhlichen Reise erreichte die gutgelaunte, verkleidete Luzerner Reisegruppe pünktlich zum Anpfiff das Stadion. Was nun geschah hatte aber niemand erwartet.

Ich konnte als einer der Ersten die Sicherheitsschleusen passieren, ehe die Tore geschlossen wurden und rund 120 Luzernern der Zutritt verwehrt blieb. Wie es dazu kam und wem die Schuld zugeschoben werden muss möchte ich hier nicht beurteilen, Fakt ist dass die Genfer Polizei alles daran setzte die Situation eskalieren zu lassen.

Als nach der Halbzeitpause klar war dass keiner der aussenstehenden Luzerner dass Stadion mehr betreten würde, verliess ich jenes aus Solidarität und verzichtete auf den Rest des ohnehin langweiligen Matchs in einem trostlosen Ambiente (leider Alltag in der Westschweiz). Rund 100 Luzerner im Stadion, welche mit Auto oder Zug angereist waren verliehen dem Spiel wenigstens ein Bisschen Würde.

Gegen 1:30 wurde schliesslich Luzern erreicht, wo ich noch kurz duschen und eine Stunde schlafen konnte, ehe um 5:00 der Urknall ertönte.

Fussball, Schweiz, ASL
15.02.09 FC Luzern - BSC Young Boys
2:3 (2:1), 6'719 Zuschauer, Stadion Allmend, Luzern

Nachdem der FC Luzern am letzten Sonntag in Neuchâtel eine 2:0 Vorsprung aus den Händen gegeben hatte, wollte man heute gegen die Berner Young Boys alles besser machen. Und siehe da, schon führten die Innerschweizer vor heimischem Publikum wieder mit 2:0. Den klar schwächeren Gegnern gelang jedoch noch vor der Pause der Anschlusstreffer (offsideverdächtig).

Die Luzerner Kurve.

Was sich in der 2. Halbzeit abspielte hatte mit Fussball genausowenig zu tun wie mit Fairplay, allen voran die Leistung des (Un-)parteiischen. Nach einer kleinen Berührung zwischen dem Luzerner Schwegeler und dem Berner Hochstrasser entschied der Spielleiter zum Entsetzen aller denen die Regeln des Fussballs bekannt sind auf Elfmeter. Nun war die Hölle los im Stadion: Von allen Seiten flogen Schneebälle in Richtung Schiedsrichter, und der Luzerner Neuzuzug Vergara liess sich in der Folge zu einer Tätlichkeit à la Zinedine Zidane hinreissen. Klare rote Karte, auch wenn der Berner sich theatralisch fallen liess. Der anschliessende Elfmeter wurde von Raimondi souverän verwandelt.

In der Nachspielzeit kam es gar noch schlimmer für die Leuchtenstädter. YB gelang dank einem Fehler von Lukmon gar noch der Siegtreffer. Einmal mehr wurde Luzern um den verdienten Lohn gebracht. Allerdings hätte man mit den unzählige Chancen den Sack bereits in der 1. Hälfte des Spiels zumachen sollen.

Zur Stimmung bleibt nicht viel zu sagen: Keine Aktionen und laut wurde es auch nur während den oben beschriebenen Szenen. Ein schwacher Auftritt beider Fankurven.

Polizeisperre hinter dem Bahnhof.

Der Weg zum Bahnhof enpuppte sich einmal mehr zum Hindernisparcour, denn die übermotivierten Herren der Staatsgewalt schienen ein Fussballspiel erneut mit einem Bürgerkrieg zu verwechseln. Dementsprechend war in und um den Bahnhof alles abgesperrt, und auch der Wasserwerfer wurde auffällig unauffällig neben dem MC Donalds platziert. Gescheppert hats allerding wie zu erwarten war nicht.

Fussball, Deutschland, 2. Bundesliga, neuer Ground
13.02.09 SV Wehen Wiesbaden - TuS Koblenz
1:3 (0:2), 6'613 Zuschauer, BRITA Arena, Wiesbaden

Weitere Fotos sind unter http://picasaweb.google.de/Stecki82/KreuzUndQuerDurchDeutschland (ganz hinten) zu finden.

Gestern stand also die vorerst letzte Fahrt im Rahmen des Interrail-Tickets auf dem Programm. Da ich nur noch einen Tag zur Verfügung hatte und aufgrund des erneuten Wintereinbruchs nicht mehr allzuviele Spiele stattfanden, fiel die Entscheidung relativ leicht.

Am Freitag Morgen setzte ich mich also wie gewohnt in den Zug, passierte die Grenze bei Koblenz (CH) / Waldshut (D) und fuhr mit der Deutschen Bahn (eigentlich wars ja wieder ein Schweizer Eurocity) in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden, welche nur durch den Rhein von der Karnevalsmetropole Mainz und somit vom Bundesland Rheinland-Pfalz getrennt wird.

Am Bahnhof gabs noch schnell eine Stärkung in Form von Kaffee und ofenfrischen Brezeln, ehe ich die Ankunft des Sonderzuges aus Koblenz beobachtete. Weit über 1'000 Fans reisten aus der Stadt am Deutschen Eck an, jedoch längst nicht alle mit dem Sonderzug.

Die Ankunft des Sonderzuges aus Koblenz.

Der Weg zum Stadion ward schnell gefunden, lediglich ein fünfminütiger Fussmarsch ist nötig um die neue, provisorische BRITA Arena zu erreichen. Das Stadion ist beinahe komplett aus Stahlrohrtribünen zusammengebaut und ist lediglich für eine Dauer von 5 Jahren als Heimspielstätte des SV Wehen Wiesbaden vorgesehen. Dementsprechend bleibt jeglicher Charme auf der Strecke.

Die BRITA Arena.

Der SV Wehen Wiesbaden, früher bekannt als SV Wehen 1926 Taunusstein, spielt erst seit 2007 in der zweiten Bundesliga, und lag vor diesem Spiel auf dem zweitletzten Platz. Die Eintrittspreise würden aber auf einen mittelmässigen Verein der 1. Bundesliga schliessen. Zu Gast war heute die TuS Koblenz, welche auf dem letzten Platz lag.  Ein Abstiegskampf wie er im Buche steht also.

Die Gegengerade.

Die Stimmung war lediglich auf Koblenzer Seite gut, von den Wiesbadener war selten etwas zu hören. Optisch waren sie jedoch ganz ok, auch wenn ich nicht allzuviel erkennen konnte, da mein Block direkt neben der Heimkurve lag.

Nachdem den Gästen das erste Tor aberkannt wurde, brachten sie vor dem Pausenpfiff doch noch zwei gültige Treffer zustande, und erhöhten das Score nach dem Unterbruch gar auf 0:3. Nachdem Koblenz jedoch nur noch mit 10 Mann auf dem Platz stand, machte das Heimteam etwas mehr Druck, und verkürzte auf 1:3.  Dabei blieb es jedoch, und die 6'613 Zuschauer machten sich auf den Weg zum Ausgang, oder besser gesagt zur Kasse 3, wo die meisten ein Ticket für das Derby gegen den Lokalrivalen Mainz 05 ergattern wollten. Die Plätze in der Rangliste wurden nach dem Spiel übrigens getauscht.

Nach einer erholsamen Fahrt im ICE nach Basel und der ungeheizten (!) Weiterfahrt nach Lenzburg wurde die letzte Etapppe nach Seon wie gewohnt per Anhalter bewältigt, so das sich gegen 01:20 endlich ins Bett sinken konnte.

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