Fussball, Schweiz, Axpo Super League
08.02.09 Neuchâtel Xamax - FC Luzern
3:3 (0:2), 4'840 Zuschauer, Stade de la Maladière, Neuchâtel

Endlich rollt auch in der Schweiz der Ball wieder. Zum Rückrundenauftakt der Axpo Super League musste der FC Luzern in der Neuenburgischen Kantonshauptstadt antreten. Trotz eines starken Auftritt des Tabellenletzten reichte es am Ende nur für ein 3:3, obwohl die Innerschweizer zur Pause mit 2:0 führten und nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich noch in der 87. Minute den vermeintlichen Siegtreffer erzielten. Doch Niasse rettet den Platzherren nur Sekunden später doch noch einen Punkt.

Die Fahrt im Extrazug ab Luzern wurde wie gewohnt zur Party, obwohl viele Plätze frei blieben. Auch das Zugpersonal bekannte sich zum FCL, was das untenstehende Bild beweist.

Im Fanblock des FC Luzern wurde zu Spielbeginn eine sehenswerte Choreographie durchgeführt. Von den Xamax-Fans war kaum etwas zu sehen, diese waren zahlenmässig auch klar unterlegen.

100% Luzerner.

Der Marsch zum Stadion.

Choreo im FCL-Block.

Der Gästeblock zu Spielbeginn.

Fussball, Deutschland, 1. Bundesliga, neuer Ground
06.02.09 DSC Arminia Bielefeld - Hertha BSC
1:1 (1:1), 20'700 Zuschauer, SchücoArena, Bielefeld

Fussball, Deutschland, 1. Bundesliga, neuer Ground
07.02.09 Borussia Mönchengladbach - TSG Hoffenheim
1:1 (1:0), 42'421 Zuschauer, Stadion im Borussia Park, Mönchengladbach

Und weiter ging es mit der Mission Bundesliga. Dieses Mal waren die ehemalige Alm in Bielefeld und das Stadion im Borussia-Park in Mönchengladbach, unweit der Holländischen Grenze an der Reihe. Gereist wurde wie üblich mit der Deutschen Bahn, als Fahrberechtigung diente das Interrail-Ticket. Die Nacht von Freitag auf Samstag wurde bei Sabine, Jörg und Julian in Paderborn verbracht. Nun bleibt noch ein Tag Interrail Deutschland übrig, wohin es gehen soll habe ich bisher noch nicht entschieden.

Weitere Fotos sind unter http://picasaweb.google.de/Stecki82/KreuzUndQuerDurchDeutschland (ganz hinten) zu finden.

Das Riesentrikot der Bielefelder Kurve.

Choreo zum Spielbeginn.

Das Stadion im Borussia-Park.

Im Stadion.

Fussball, Deutschland, DFB-Pokal, neuer Ground
27.01.09 FC Carl Zeiss Jena - FC Schalke 04
1:4 (0:1), 17´600 Zuschauer (ausverkauft), Ernst Abbe Sportfeld, Jena
Dank einer Zusatztribüne wurde bei diesem Spiel ein neuer Zuschauerrekord nach dem Mauerfall erreicht.

Fussball, Deutschland, DFB-Pokal, neuer Ground
28.01.09 VfL Wolfsburg - FC Hansa Rostock
5:1 (0:0), 12´546 Zuschauer, Volkswagen Arena, Wolfsburg

Fussball, Deutschland, Testspiel, neuer Ground
29.01.09 SSV Hagen - Borussia Dortmund II
0:2 (0:2), ca. 250 Zuschauer, Sportplatz am Höing (KR), Hagen

Fussball, Deutschland, 2. Bundesliga, neuer Ground
30.01.09 VfL Osnabrück - FC St. Pauli
2:2 (1:0), 16´130 Zuschauer (ausverkauft), osnatelArena, Osnabrück

Fussball, Deutschland, 1. Bundesliga, neuer Ground
31.01.09 1. FC Köln - VfL Wolfsburg
1:1 (1:0), 49´000 Zuschauer, RheinEnergie Stadion, Köln

Fussball, Deutschland, 1. Bundesliga, neuer Ground
01.02.09 SV Werder Bremen -  DSC Arminia Bielefeld
1:2 (1:1), 38'522 Zuschauer, Weserstadion, Bremen

Weitere Fotos sind unter http://picasaweb.google.de/Stecki82/KreuzUndQuerDurchDeutschland zu finden.

Nach fast einjähriger Pause sollte endlich wieder einmal mal mit der Komplettierung der Deutschen Bundesliga fortgeschritten werden. Einen denkbar ungünstigeren Zeitpunkt könnte es zwar nicht geben, da die Spiele der momentan für Furore sorgenden TSG Hoffenheim ständig ausverkauft sein werden, und Bayer Leverkusen derweilen im Exil in Düsseldorf spielt. So konzentrierte ich mich erst einmal auf die anderen verbleibenden Kandidaten.

Als Eröffnungsspiel der sechstägigen Deutschlandreise stand jedoch ein anderer Wettbewerb auf dem Programm, der DFB-Pokal. Auf zwei Tage verteilt wurden diese Woche die Achtelfinals ausgetragen. Zusammen mit Andrea, einer Schalkevielfahrerin aus der Schweiz ging es ab Basel nach Jena, einer Universitätsstadt in Thüringen, auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Hier, im Ernst Abbe Sportfeld, war an jenem Abend der FC Schalke 04 zu Gast. Kein Wunder war das Spiel seit langem ausverkauft war, und dank einer riesigen Zusatztribüne wurde gar ein neuer Stadionrekord nach der Wiedervereinigung des Landes aufgestellt. Andrea konnte mir für das Spiel kurzfristig eine Karte besorgen, und so stand einem unterhaltsamen Fussballabend nichts mehr im Wege.

Blick aufs Ernst Abbe Sportfeld in Jena.

Der Gästeblock platze aus allen Nähten, und für eine Stärkung in flüssiger Form musste schon mal eine halbe Stunde angestanden werden. Der Support im Auswärtsblock blieb jedoch auf der Strecke. Überwanden sich die Ultras Gelsenkirchen gelegntlich mal ein wenig Gesang anzustimmen, wurde dieser von der gegenüberliegenden Seite lediglich mit bösen Blicken gestraft. Das in dieser Szene etwas nicht stimmt fiel sogar einem Laien auf.

Die Fans aus Jena, welche direkt im Block daneben stationiert waren, konnten zu Spielbeginn mit einer schönen Choreographie auftrumpfen. Der Support war das ganze Spiel hindurch ansprechend. Auch den Schwenkfahnen wurde während neunzig Minuten kaum eine Pause gegönnt.

Choreo der Jena-Fans.

Das Spiel ging mit 4:1 an den Bundesligisten aus dem Ruhrgebiet. Nach dem Spiel mussten wir rund zwanzig Minuten auf dem Parkplatz vor dem Stadion warten, da die Thüringer Polizei sich Sorgen um unsere Gesundheit machte. Uns war das egal, wir hatten ja noch ewig Zeit bis unser Zug kommen sollte. Als wir uns schliesslich in einer Dönerbude stärken wollten, wurde diese erst einmal von der Feuerwehr in Beschlag genommen. Trotz dem anscheinend kleinen Feuer bekamen wir was zu Essen und machten uns auf den Weg nach Weimar, wo wir den Abend in einer Bar ausklingen liessen, ehe es im City Night Line zurück nach Basel ging.

In Basel verbaschiedete ich mich von Andrea, stieg innerhalb von fünfzehn Minuten um und fuhr denselben Weg zurück. Mit Interrail kann man das ja machen. Am Nachmitttag hätte ich mein Ziel zwar erreicht gehabt, fuhr aber weiter nach Berlin, wo ich bei Siggi mein Nachtquartier bezog. Kurz darauf fuhr ich zurück nach Wolfsburg, wo am Abend die Partie gegen den FC Hansa aus der Ostseestadt Rostock stattfinden sollte.

Vorbei an der futuristischen Szenerie der Autostadt, einem Erlebnispark des Automobilherstellers Volkswagen, erreichte ich schliesslich die Arena, welche ebenfalls nach dem grössten Arbeitgeber der Stadt benannt wurde.

Das Stadion war nicht eimal zur Hälfte gefüllt, der Gästeblock jedoch war einigermassen gut besetzt. Die Hansa-Fans boten auch lautstarke Unterstützung, sogar etwas Rauch und eine Signalfackel wurden gezündet. Aus dem Heimblock hörte man lediglich am Anfang etwas, obvwohl dieser eigentlich ausverkauft war.

Gästeblock in Wolfsburg.

Das Team von Trainer Felix Magath entschied die Partie nicht zuletzt dank dessen Knipsers Grafite diskussionslos mit 5:1. Anschliessend wurde die Stadt so schnell wie möglich in Richtung Berlin verlassen, wo es endlich zu Bett ging.

Der nächste Tag war spielfrei, lediglich ein Testspiel zwischen dem SSV Hagen und der Zweitvertretung der Borussia aus Dortmund konnte ausfindig gemacht werden. Gespielt wurde leider nicht im reizvollen Ischelandstadion, sondern auf dem neuen Kunstrasenplatz am Höing, direkt daneben. Zu diesem Spiel wäre jeglicher Kommentar Zeitverschwendung.

Nachdem ich in der vergangenen Nacht noch nach Osnabrück dislozierte, fand ich bei Maik in dessen schöner, aber kalter Wohnung eine Bleibe für die nächsten zwei Tage. Der Nachmitttag wurde mit einem Einkaufsbummel bewältigt und schon war wieder Abend und dementsprechend Fussball angesagt.

Das Ticket für das Nordderby zwischen dem Reeperbahnclub FC St. Pauli und dem Gastgeber VfL Osnabrück bekam ich von Thomas, welcher meinen Hilferuf im Forum gelesen hatte. Zu drittt marschierten wir also vom Hauptbahnhof zur osnatel Arena, dem ehemaligen Piepenbrockstadion.

Unsere Plätze befanden sich direkt neben dem Gästeblock, welcher zwar anständigen, für Pauli-Verhältnisse jedoch schwachen Support ablieferte. Von der Ostkurve, wo sich die Heimfans befanden, hörte man zwar nicht viel, optisch schien aber doch was los zu sein. Aufgrund der Trikotfarben der Gäste wurden diese mit dem Spruchband "Gut erkannt dass Scheisse braun ist!" begrüsst. Ebenfalls wurden einige weitere Spruchbänder hochgehalten, mit denen ich jedoch nichts anfangen konnte.

Osnabrück - St. Pauli

Das Spiel war durchaus unterhaltsam. Nachdem es ab der 65. Minute fast im Minutentakt schepperte, gaben sich beide am Schluss mit einem 2:2 zufrieden. Unverständlich war das Vorgehen des Spielleiters, welcher trotz längeren Unterbrüchen, Toren und Auswechslungen zweimal auf die Sekunde pünktlich abpfiff.

Am Samstag Morgen wurde ich früh geweckt, denn Maik musste seinen Flieger nach Griechenland erwischen. Zusammen fuhren wir noch nach Münster (in einem Schweizer Zug), dort trennten sich unsere Wege jedoch. Rund zwei Stunden später stand ich in Düsseldorf. Die Übernachtung war bei meinen Verwandten hier geplant, doch morgens um halb neun vermutete ich diese noch im Bett, weshalb ich mich zu Fuss auf den Weg in den Stadtteil Wersten machte. "Wir sind doch schon seit halb sechs wach!" hiess es dann zur Begrüssung. Egal, ein wenig Frühsport hat noch keinem geschadet.

Nach einem Teller Spaghetti machte ich mich auf Richtung Köln. Vom Hauptbahnhof ging es erst per U-Bahn zum Neumarkt, von wo aus regelmässig Extratrams zum RheinEnergieStadion fuhren. Hier, am Ort der Schweizer Penaltyblamage an der Fussballweltmeisterschaft 2006, stand heute die Partie des 1. FC Köln gegen die VW-Truppe aus Wolfsburg auf dem Programm. Die Kölner Kurve war proppenvoll, und die Geissböcke waren auch schon mächtig in Karnevalslaune, was sich im Rahmenprogramm des heutigen Spiels wiederspiegelte. Nach dem Auftritt der Mundart-Musikgruppe "Höhner" und dem obligaten Erscheinen des Geissbocks "Hennes" konnte die Partie beginnen. Nach auffallend vielen Fehlentscheiden des Unparteiischen war den 49'000 Zuschauern klar dass hier Schiebung mit im Spiel war, was sie auch lautstark kundtaten. Trotzdem gingen die Gastgeber in Führung, doch in der 73. Minute war es erneut Grafite, der den Wolfsburgern noch einen Punkt sicherte.

Das RheinEnergieStadion in Köln.

Aufgrund des von mir boykottierten Plastikkartenzahlsystems im Stadion verzichtete ich auf jeglichen Konsum, so dass nach dem Spiel unweigerlich der Gang in die Düsseldorfer Altstadt folgte. Da es leider noch etwas früh war, begnügte ich mich mit einem Bier und trat den Heimweg an.

Am Sonntagmorgen wurde erst ein leckeres Frühstück aufgetischt, und gleich danach der nächste Zug bestiegen. Dieses Mal ging die Fahrt weit in den Norden. Bremen war das Ziel. Mit dem Tram gings zum Stadion, wo ich für 11 Euro eine Karte im Gästeblock ergatterte, schliesslich wurde dieser von den Bielefelder nicht wirklich gefüllt. Das Spiel war amüsant und endete mit einem Überraschungssieg der Ostwestfalen. Im Nachhinein erfuhr ich dass noch eine Gruppe bekannte Gossauer unweit hinter mir gestanden hatten, leider bemerkte ich diese nicht.

Im Inneren des Weserstadions.

Nach dem Spiel bestieg ich den direkten ICE nach Basel, wo ich am Montagmorgen um 5:47 ausgeschlafen ankam. Da ich noch drei Tage Interrail übrig habe werde ich unser nördliches Nachbarland in den nächsten zwei Wochen noch zwei Mal mit einem Besuch beehren.

Fussball, England, Championship, neuer Ground
09.01.09 Reading FC - Watford FC
4:0 (1:0), 18'072 Zuschauer, Madejski Stadium, Reading

Fussball, Schottland, Scottish Cup, neuer Ground und Länderpunkt
10.01.09 Celtic FC - Dundee FC
2:1 (2:1), 23'070 Zuschauer, Celtic Park, Glasgow

Fussball, Schottland, Scottish Cup, neuer Ground
11.01.09 Hibernian FC - Heart of Midlothian FC
0:2 (0:1), 14'837 Zuschauer, Easter Road Stadium, Edinburgh

Eishockey, Schottland, Elite Ice Hockey League, neuer Ground und Länderpunkt
11.01.09 Edinburgh Capitals - Nottingham Panthers
0:6 (0:3, 0:1, 0:2), ca. 600 Zuschauer, Murrayfield Ice Rink, Edinburgh

Weitere Fotos sind unter http://picasaweb.google.de/Stecki82/SpanienEnglandSchottland zu finden.

Mit dem Irischen Billigflieger Ryanair machte ich mich also auf in Richtung Grossbritannien, genauer gesagt zum Londoner Flughafen Stansted, wo mich bereits dichter Nebel erwartete. Mit dem im Voraus für lediglich ein paar Pfund gebuchten Easy Bus der orangen Konkurrenzairline ging es in etwa einer Stunde in die Innenstadt, wo ich ziemlich zügig mein Hostel in Kensington bezog und mich zu Bett legte.

Die Londoner Tower Bridge.

Der nächste Morgen wurde für Sightseeing genutzt. Zwar war dies bereits mein dritter Besuch in der Englischen Metropole, doch noch immer blieben unzählige Sehenswürdigkeiten unentdeckt. Dieses Mal wählte ich den Spazierweg von der Tower Bridge der Themse entlang bis zum Borrough Market, welcher mit unzähligen Spzialitäten aus aller Welt aufwartet. Ebenfalls zu Fuss ging es via Big Ben und Buckingham Place zurück zum Hostel, von wo ich nach einer kurzen Verschnaufpause die kurze Reise nach Reading antrat.

Reading liegt rund dreissig Bahnminuten ausserhalb Londons in der Grafschaft Berkshire, am Zusammenfluss der Flüsse Kennet und Themse. Vom Bahnhof führte mich ein Shuttle Bus zum südlichen Stadtrand, wo auf dem Gelände einer ehemaligen Müllkippe das Madejski Stadium erbaut wurde. Hier sind der Fussballzweitligist Reading FC und der Rugby Union-Verein London Irish Rugby Football Club zu Hause. Zum Stadionkomplex gehört auch ein Hotel und eine Jazzbar, zu deren Kundenkreis meine Wenigkeit nicht dazugehörte, weshalb mir noch rund zwei Stunden frieren bevorstanden.

Die Karte gabs für 22 Pfund, was für Englische Verhältnisse ein Schnäppchen ist, denn das Britische Pfund ist momentan so wenig wert wie schon lange nicht mehr (1 GBP = 1.64 SFR). Das Stadion wurde durch die in England üblichen Turnstiles (Drehkreuze) betreten, ohne dass man dabei kontrolliert wurde.

Das Madejski Stadium in Reading.

Zu Spielbeginn fanden sich etwas mehr als 18'000 Zuschauer im neumodischen Stadion ein, was wohl nicht zuletzt an den eisigen Temparaturen lag. Nach einem Pausenstand von 1:0 legte das Heimteam in der zweiten Hälfte drei weitere Tore nach, ohne dass die Gäste auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätten. Die Stimmung war nicht gerade berauschend, doch irgendiwe hatte ich kaum mehr erwartet, denn um die Englische Fankultur steht es momentan nicht allzugut. Die Gäste aus Watford waren zwar zahlreich vertreten, fanden sich jedoch schnell mit der Niederlage ab und schwiegen dementsprechend.

Nach dem Spiel machte ich mich auf dem selben Weg zurück ins Hostel, wo ich noch ein unterhaltsames Gespräch mit einem Spanier und einem Slowenen führte. Beide waren auf der Suche nach Arbeit. In Sachen Körperpflege und Erscheinungsbild beim Vorstellungsgespräch schienen unsere Meinungen jedoch weit auseinanderzugehen.

Am nächsten Morgen blieb nicht einmal mehr Zeit für ein Frühstück, denn mein Zug verliess London Euston schon kurz nach 6:00. Es erwartete mich zum ersten Mal ein Zug des Unternehmens Virgin Trains, dessen Hauptaktionär eher für Tonträger bekannt ist. Die Fahrt war angenehm, und der Kaffee an Bord schmeckte und war bezahlbar. Nach einer etwa viereinhalbstündigen Reise durch teilweise verschneite Landschaften erreichte ich schliesslich Glasgow, die grösste Stadt Schottlands.

Am Bahnhof wartete bereits George auf mich, ein Kollege den ich in Australien kennenlernte. Zur Begrüssung gab es ein echtes Schottisches Frühstück, mit viel Schinken, Bohnen, Hash Brown, Würstchen und Rührei, ehe ich mich in seiner Wohnung einquartierte. Hier wohnte momentan auch John, welcher vorübergehend ohne Bleibe dastand. Nach etwa small talk machte ich mich mit den Beiden auf nach Parkhead, dem östlichen Stadtteil Glasgows, in welchem der legendäre Celtic Park, die Heimstätte von Celtic Glasgow steht. Nach einem kurzen Marsch der London Road entlang erreichten wir schliesslich das zugegeben nicht wirklich schöne, aber typisch Schottische Stadion, welches von den Celtic Fans (zu denen auch ich mich zähle) schlicht "Paradise" genannt wird.

Vor den Toren posierten Kinder und Erwachsene mit Celtic Schals vor den Statuen der Spielerlegende Jimmy Johnstone und Brother Walfrid, dem Irischen Mönch welcher 1888 den irisch-katholischen Celtic FC ins Leben gerufen hatte. Noch heute herrscht zwischen den beiden Konfessionen, und somit auch zwischen den beiden Glasgower Teams Celtic und den protestantischen Rangers eine bittere Rivalität.

Statue von Jimmy Johnstone.

Paradise.

Doch heute waren es nicht die Rangers welche zu Gast waren, sondern der Dundee FC aus der zweiten Liga, denn gespielt wurde um den Scottish Cup. Diese Affiche lockte gerade einmal 23'080 Zahlungswillige hinter dem Ofen hervor, im Gegensatz zu den Meisterschaftsspielen, welche fast immer ausverkauft sind.

Im Inneren des Celtic Park.

Nach einem frühen Rückstand konnte Celtic das Spiel mit 2:1 für sich entscheiden. Die Stimmung war genauso mies wie das Wetter (abgesehen vom Gästeblock), und nach dem Spiel wollte ich nichts weiteres als ins nächste Pub. Zusammen mit George und John tat ich dass dann auch. Zum Abendessen gab es die Schottische Nationalspeise Haggis, welche überraschenderweise ganz hervorragend schmeckte. Serviert wurde diese traditionell mit neeps (Steckrüben) und tatties (Kartoffelpüree). Man darf nur nicht daran denken was ich im Inneren dieses gefüllten Schafmagens befindet...

Haggis, das Schottische Nationalgericht.

Das das Wetter nich mitspielte verzichteten wir auf eine ausgedehnte Pubtour und verbrachten den Abend bei selbstgebrautem Bier und einem Film aus der Konserve. Zum krönenden Abschluss des Tages überreichte mir John seinen heissgeliebten Celtic-Schal, welcher bei mir zuhause selbstverständlich einen Ehrenplatz erhält.

Am frühen Sonntagmorgen folgte eine rund einstündige Bahnfahrt nach Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands. Hier checkte ich erst in meinem Hostel, einer ausgedienten Kirche ein, ehe ich mich mit Maik traf, welcher mir ein Ticket für das bevorstehende Stadtderby besorgt hatte.

An der Easter Road trafen die irisch-katholischen Hibernians auf die britisch-protestatischen Hearts aus dem ¨Tynecastle Stadium. Ein Spiel das Brisanz versprach, obwohl es nicht wie erwartet ausverkauft war. Die Finanzkrise hat schliesslich auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Hearts-Block im Easter Road Stadium in Edinburgh.

Strassenblockade vor dem Stadion.

Die Stimmung im Stadion hing massiv vom Spielgeschehen auf dem Platz ab. Bei den zwei Toren der Gäste schien deren vollbesetzte Tribüne aus allen Nähten zu platzen, während der Lärmpegel im Heimblock nur selten nach oben schnellte. Die Hearts of Midlothian gewannen das Spiel verdient, aber mit dem Unparteiischen auf ihrer Seite mit 2:0. Nach dem Spiel waren die Strassen zwischen den beiden Kontrahenden mit extra für diesen Zweck konzipierten Fahrzeugen abgesperrt, so dass erst einmal ein Umweg in die Innenstadt angesagt war.

Ganz langsam schlenderten wir zum Murrayfield Stadium, dem grössten Stadion der Stadt. Hier wird eigentlich nur Rugby gespielt. Die Hearts durften hier vorübergehend Ihre Europapokalspiele austragen, da ihr eigenes Spielfeld zu klein war, doch dass ist Geschichte. Zum Rugby wollten wir aber heute auch nicht, sondern zum Eishockey im benachbarten Murrayfield Ice Rink.

Im Inneren des Murrayfield Ice Rink in Edinburgh.

Ungefähr 600 Zuschauer wollten sich das Aufeinandertreffen zwischen den Edinburgh Capitals und den Panthers aus dem Englischen Nottingham ansehen. Eine sehr einseitige Partie, welche dank wenigen Unterbrüchen (ausser den zahlreichen Toren) schnell vorüberging. 0:6 stand es am Ende, und eine gelungene Tour fand in einer uralten Eishockeyhalle Ihr Ende.

Am nächsten Tag flog ich mit Easy Jet nach Genf, von wo aus die Schweizerischen Bundesbahnen mich mit einer deftigen Verpätung nach Hause brachten.

Fussball, Spanien, Liga BBVA, neuer Ground
03.01.09 FC Barcelona - R.C.D. Mallorca
3:1 (1:1), 60'399 Zuschauer, Estadi Camp Nou, Barcelona

Fussball, Spanien, Segunda Divison B, neuer Ground
04.01.09 AD Alcorcón - UD Vecindario
3:2 (1:1), ca. 1'500 Zuschauer, Estadio Santo Domingo, Alcorcón

Fussball, Spanien, Liga BBVA, neuer Ground
04.01.09 Real Madrid C.F. - Villareal C.F.
1:0 (1:0), 80'000 Zuschauer, Estadio Santiago Bernabéu, Madrid

Fussball, Spanien, Liga BBVA, neuer Ground
04.01.09 Getafe FC - RC Deportivo La Coruña
1:2 (1:1), ca. 9'000 Zuschauer, Coliseum Alfono Pérez, Getafe

Fussball, Spanien, Tercera Division, neuer Ground
06.01.09 Raye Vallecano de Madrid B - C.F. Fuenlabrada S.A.D.
1:0 (1:0), ca. 200 Zuschauer, Campo deportiva Nuestra Señora de la Torre, Madrid

Fussball, Spanien, Copa el Rey, neuer Ground
06.01.09 Club Atlético de Madrid - FC Barcelona
1:3 (0:1), ca. 50'000 Zuschauer, Estadio Vicente Calderón, Madrid

Fussball, Spanien, Copa del Rey, neuer Ground
07.01.09 R.R.C. Santander - Valencia C.F.
1:1 (0:1), 12'675 Zuschauer, El Sardinero, Santander

Weitere Fotos sind unter http://picasaweb.google.de/Stecki82/SpanienEnglandSchottland zu finden.

Der letzte Tag des alten, sowie der erste Tag des neuen Jahres wurden ausgiebig damit verbracht eine vielversprechende Fussballtour zusammenzustellen. Die Wahl fiel dieses Mal auf Spanien, da während dieser Woche dank den Pokalansetzungen und eines Feiertags aussergewöhnlich viele Spiele machbar waren.

Mit meinem Interrail-Ticket wollte ich eigentlich den Nachtzug "Pau Casals" von Genf nach Barcelona nehmen, doch da dieser zum Interrail-Ticket nochmals etwa 70 Euro Zuschlag gekostet hättte, entschied ich mich für einen Flug ab Basel. Dadurch konnte ich erst noch einen Tag später starten. Da mein Vogel den Euro-Airport in Basel jedoch schon um 6:50 verliess, musste mich mein Vater nach Basel bringen, denn ein rechtzeitiges Erreichen des Flughafens wäre mit dem öffentlichen Verkehr undenkbar gewesen.

Und so erreichte ich nur wenige Stunden später die Katalanische Hauptstadt, welche ich das letzte Mal im Jahre 2001 besucht hatte. Damals fiel das Sightseeing aufgrund starken Fiebers mehr oder weniger ins Wasser, weshalb ich nun innert kurzer Zeit die halbe Stadt besichtigen musste. Und die zweitgrösste Stadt Spaniens bietet ja auch einiges an Sehenswürdigkeiten: den alten Hafen, die Flaniermeile La Rambla, der Plaça Reial, die Sagrada Familia und unzählige weitere Attraktionen.

Ein Hinterhof im Stadtzentrum von Barcelona.

Am Abend führte mich die Metro zur Station "Maria Cristina", denn dort befindet sich das grösste Fussballstadion Europas, das Estadi Camp Nou, die legendäre Heimat des FC Barcelona. 98'772 Zuschauer fasst die riesige Schüssel, welche auch ein Club-Museum und einen überdimensionalen Fanshop beherbergt. Für die heutige Partie gegen den Real Club Deportivo Mallorca konnten sich jedoch "nur" 60'399 Zahlungswillige begeistern. Bei einem Ticketpreis von 30 Euro in der obersten Ecke des Stadions ist dies auch ein wenig nachvollziehbar.

Die Stimmung im Stadion war zweifellos enttäuschend. Es ist kaum vorstellbar dass ein Verein wie der FC Barcelona es nicht fertig bringt auch nur eine handvoll Supporter zu stellen die auch nur ein wenig Stimmung machen würden. So kam es dass der FCB dieses Spiel ohne grosses Aufsehen, und ohne den fehlenden Superstar Lionel Messi mit 3:1 für sich entscheiden konnte.

Das Estadi Camp Nou in Barcelona.

Am frühen Morgen verliess ich mein Hostel direkt an der Metrostation "Drassanes" in Richtung Bahnhof Barcelona Sants. Hier bestieg ich den Hochgschwindigkeitszug AVE (Alta Velocidad Española), welcher mich in nur zweieinhalb Stunden in die Hauptstadt Madrid brachte. Die Zugfahrt war ein wahrer Genuss, kostete mich jedoch 10.65 Euro Zuschlag zum Interrail-Ticket. Eine andere Möglichkeit hätte es jedoch nicht gegeben.

In Madrid angekommen checkte ich im etwas versteckten, aber dafür umso billigeren "Pop-Hostel" ein. Hier teilte ich mir das Zimmer mit dem Venezuelaner Glener und dem Chinesen Xin. Auch die übrigen Leute im Hostel waren freundlich und gesprächsbereit. Für Sightseeing blieb heute keine Zeit, denn bereits zur Mittagsstunde sollte das Spiel der Segunda Division B, der dritthöchsten Spanischen Liga zwischen der AD Alcorcón und UD Vecindario, einer Mannschaft aus Gran Canaria angepfiffen werden.

Das Estadio Santo Domingo in Alcorcón.

Wie bereits gestern fiel es auch hier auf, dass die Mannschaften von den Spanischen Inseln nicht gerade bevorzugt behandelt werden. Im weiteren Verlaufe der Tour musste ich dann jedoch feststellen dass die Schiedsrichter in Spanien ganz einfach nur schlecht sind, und sich nur mit einer Vielzahl von gelben und roten Karten zu helfen wissen. So auch in diesem Spiel, welches in der 3. Minute der Nachspielzeit durch einen Elfmeter als Folge einer Notbremse zu Gunsten der Heimmannschaft entschieden wurde, ganz zu Freuden der Fans hinter dem Tor, welche mit dem Spruchband "Alkor-Hooligans" und einer kleinen Pyroaktion auf sich aufmerksam machten.

Nach dem Spiel verliess ich das schmucke Kleinstadion auf schnellstem Wege um das grösste Stadion Madrids, das Estadio Santiago Bernabéu rechtzeitig zu erreichen. Für sage und schreibe 40 Einheiten der Europäischen Einheitswährung ergatterte ich schliesslich ein Ticket. Das Aufeinandertreffen der Königlichen gegen den Villareal CF war mit rund 80'000 Zuschauer bis auf wenige freie Plätze ausverkauft, die Stimmung glich aber wie in Barcelona einem Geisterspiel. Als bei Spielbeginn plötzlich eine Hitzewelle von der Decke kam, wusste ich auch wohin die riesigen Summen aus den Zuschauereinnahmen hinfliessen: In Heizstrahler, welche einen die Kälte des Spanischen Winters vergessen lassen.

Das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid.

Im fast ausverkauften Stadion.

Der erfolgreichste Verein Europas, der sich in jenem Moment jedoch nur auf dem fünften Tabellenrang befand gewann das Spiel standesgemäss mit 1:0, und für mich war erneut ein Stadionwechsel angesagt.

Die Vorstadt Getafe war dieses Mal das Ziel. Das Coliseum Alfono Pérez, die Heimstätte des Getafe FC befindet sich nur wenige Kilometer neben dem am Morgen besuchten Stadion von Alcorcón, weshalb die Stadt erneut einmal durchfahren werden musste. Ins zweitkleinste Stadion der Primera Division, der höchsten Spielklasse des südwesteuropäischen Landes gesellten sich an jenem späten Sonntagabend gegen 9'000 Zuschauer. Gast war der R.C. Deportivo La Coruña aus der autonomen Region Galicien.

Die Fans des Getafe CF.

Das Spiel war langweilig und ging mit 1:2 an die Gäste, während sich auf den Rängen doch mehr Fankultur abspielte als bei Barcelona und Real zusammen. Trotzdem war ich froh nach dem Spiel endlich in mein Bett im gemütlichen Hostel zu sinken.

Der Montag wäre eigentlich für eine Stadtbesichtigung gedacht gewesen, doch da ich einfach mal ausschlafen und entspannen wollte, liess ich dies bleiben und wagte mich erst gegen Abend zwecks Nahrungsaufnahme in ein nahegelegenes Restaurant, wo ich auf dem Fernseher an der Wand eine Parade erblicket, die sich unweit entfernt in der Stadt ereignete. Schade, dies wäre ein farbenprächtiger Abschluss eines verschlafenen Tages gewesen. Im weiteren Verlaufe des Abends beobachteten Glener und ich wie Xin auf etwas seltsame Weise eine halbe Tonne Fleisch konservierte, und noch später war eine Lektion Spanischunterricht mit Glener angesagt.

Am 6. Januar ist in Spanien Feiertag, weshalb auch die Parade tags zuvor stattgefunden hatte. Für mich blieb der Morgen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der riesigen Stadt, bevor schon das nächste Fussballspiel auf dem Programm stand. Das Spiel der vierhöchsten Spielklasse fand im Campo deportiva Nuestra Señora de la Torre vor den Toren Madrids Stadt. Die Affiche lautete Raye Vallecano de Madrid B gegen C.F. Fuenlabrada S.A.D. und verdient spielerisch wie auch fantechnisch keine weitere Erwähnung.

Mittags um 12 in Madrid.

Zum Höhepunkt des Tages kam es am Abend im Estadio Vicente Calderón, einem Stadion in dem der Club Atlético de Madrid wohl nicht mehr allzulange seine Heimspiele austrägt. Der heutige Gast war der FC Barcelona, und gespielt wurde nicht um Meisterschaftspunkte sondern um den Einzug in die Viertelfinals der Copa del Rey, dem königlichen Pokal. Zumindest war es das Hinspiel der Achtelfinalpartie. Der FC Barcelona konnte heute wieder auf seinen Superstar Lionel Messi zählen, weshalb auch mein Chinesischer Zimmergenosse nach Madrid gereist war. Und der Argentinische Superstar feierte auch gleich einen Einstand nach Mass: Sämtliche drei Tore der Gäste sowie ein Schuss an die Querlatte gingen auf das Konto des 21-jährigen. Eine Leistung, welche bei seiner Auswechslung sogar die Fans von Atletico zu einer Standing Ovation bewegte.

Die Choreographie der Atletico-Fans.

Im Inneren des Estadio Vicente Caldéron.

Jene Fans waren es, die vor dem Spiel durch eine schöne, wenn auch nicht allzu spektakuläre Choreographie aufwarteten. Akkustisch gehörten diese ebenfalls zum Besten was ich bisher in Spanien gehört hatte.

Der Bahnhof Puerta de Atocha in Madrid.

Der nächste Tag begann frühmorgens und der Weg führte mich dieses Mal nicht an den schönen Bahnhof Puerta de Atocha, sondern an den Bahnhof Chamartín im Norden der Stadt. Von hier aus brachte mich die Spanische Staatsbahn durch teilweise heftige Winterstürme in die Hauptstadt Kantabriens, nach Santander. An Bord wurde Kung-Fu Panda gezeigt, zwar auf Spanisch, war aber trotzdem ganz lustig der Film.

Als erstes bezog ich mein Zimmer unmittelbar am Bahnhof, welches mit 29 Euro nicht gerade billig, jedoch das billigste war. Die Investition hatte sich jedoch gelohnt, schliesslich war das geräumige Doppelzimmer blitzblank und mit jedem erdenklichen Luxus ausgestattet. Lediglich die Besitzerin konnte weder Englisch noch sonst eine Fremdsprache, geschweigedenn Zeichensprache, und so blieb die Suche nach einer Tasse heissen Wassers erstmal erfolglos.

Nach einem kurzen Nickerchen begab ich mich auf den rund drei Kilometer lange Fussmarsch zum Campos de Sport de El Sardinero, einem 1988 erbauten All-Seater nahe des gleichnamigen Badestrandes, welcher im Sommer vor allem Gäste aus dem heissen Inland anzieht.

Schalparade im El Sardinero.

Im Innern des Stadion.

Im Tor des Gastgebers stand an jenem Abend etwas überraschend der Schweizer Internationale Fabio Coltorti, welcher sonst als nomineller Ersatztorhüter agiert. Einmal musste er dann auch hinter sich greifen, ehe seine Vordermänner zum 1:1 Endstand ausglichen. Ein wirklicher Fanblock war im El Sardinero nicht ausumachen, die Stimmung verteilte sich jedoch auf den Rängen und war ganz ansprechend. Das Spiel endete mit einer roten Karte gegen den Portugiesichen Spieler Miguel vom Gast aus Valencia, welcher daraufhin den Linienrichter attackierte. Ein unschönes Ende eines Spiels, welches erneut wegen einer wahren Kartenflut seitens des Schiedsrichters aus den Fugen geriet.

Am nächsten gönnte ich mir in der Bahnhofskneipe eine Portion Pincho de Tortilla und eine Cafe con Leche zum unschlagbaren Preis von 1.90 Euro. Danach hatte ich noch genügend Zeit mir die kleine, aber schöne Stadt Santander etwas genauer anzuschauen. Von hier gibt es eine Fährverbindung nach Plymouth in England. Ich wählte für die Reise ins Vereinigte Königreich jedoch die schnellere Variante in Form eines Strahlflugzeuges, doch darüber lest Ihr im zweiten Teil des Reisberichts.

Eishockey, Deutschland, DEL, neuer Ground
26.12.08 Adler Mannheim - Kassel Huskies
4:1 (1:0, 1:1, 2:0, 11'810 Zuschauer, SAP Arena, Mannheim

Fussball, Belgien, Tweede Klasse (EXQI League), neuer Ground
27.12.08 K. Lierse S.K. - K.F.C. Vigor Wuitens Hamme
1:0 (1:0), ca. 7'000 Zuschauer, Herman Vanderpoorten-Stadion, Lier

Fussball, Belgien, Tweede Klasse (EXQI League), neuer Ground
28.12.08 K.V.K. Tienen - U.N. Namur
7:1 (1:0), ca. 1'500 Zuschauer, Bergéstadion, Tienen

Eishockey, Belgien, Eredivisie, neuer Ground und Länderpunkt
28.12.08 Phantoms Deurne - Olympia Heist op den Berg
1:4 (0:1, 1:1, 0:2), ca. 130 Zuschauer, Ijsbaan Ruggeveld, Antwerpen


Weitere Fotos sind unter
http://picasaweb.google.de/Stecki82/MannheimHeidelbergLierTienenAntwerpen# zu finden.

Nach der Rückkehr vom anderen Ende der Welt in die kalte Schweiz dauerte es erwartungsgemäss nicht lange, ehe mich das Reisefieber erneut packte. Nach einem Tagesausflug ins Piemont sollte es diesmal Belgien sein. Soke, ein Kollege aus der Gegend um Stuttgart brachte die Idee der zwei Spiele in der zweiten Belgischen Liga. Ich stimmte zu und schaute sogleich nach was sich davor und danach noch machen liesse. Ausser Eishockey hatten die Spielpläne leider nicht allzuviel zu bieten, und so ging es bereits einen Tag vor dem ersten Fussballspiel in Richtung Deutschland.

Mit Regionalzügen wurde das kurze Stück bis zur Deutschen Grenze zurückgelegt, ehe mich die Deutsche Bahn mit dem günstigen Baden-Württemberg-Ticket über Karlsruhe nach Mannheim brachte. Vom Hauptbahnhof war noch das kurze Stück bis zur provisorischen Haltestelle Rangierbahnhof zurückzulegen. Nur einen kurzen Fussmarsch entfernt liegt die SAP Arena, die Heimat des Eishockeyclubs Adler Mannheim. Heute stand die Partie in der Deutschen Eishockeyliga gegen die Huskies aus Kassel auf dem Programm.

Die SAP Arena in Mannheim.

Die SAP Arena ist eine multifunktionelle Veranstaltungshalle. Realisiert wurde die Arena durch ein Modell, bei dem SAP-Mitbegründer und Adler-Sponsor Dietmar Hopp (bekannt durch sein Engagement beim Fussballbundesligaverein TSG 1899 Hoffenheim) den Bau zinslos vorfinanziert und die Halle mit einer eigenen Gesellschaft während der ersten 30 Jahre auf eigenes Risiko betreibt. Die Stadt Mannheim zahlt die Baukosten in Höhe von 70 Millionen Euro während dieser Zeit in Raten zurück. Nach Ablauf der 30 Jahre geht die Arena in das Eigentum der Stadt über. Die beiden Trainingshallen wurden als Stiftung von Dietmar Hopp selbst finanziert.

Für einen Stehplatz musste ich 12 Euro berappen, ehe die total überheizte Halle betreten werden durfte. Die Adler setzten sich als klarer Favorit durch und schlugen die Huskies mit 4:1. Die Stimmung war von Seiten der Adlerfans nicht gerade überzeugend, bedenkt man die Tatsache dass doch 11'810 Fans anwesend waren. Von den ungefähr dreihundert Kasseler Fans war wenig bis gar nichts zu hören, schmorten diese auch in einer Ecke unter dem Dach.

Im Inneren der Multifunktionsarena.

Da die Hostelsuche in Mannheim im Voraus ohne Erfolg blieb, und allein schon der Gedanke an eine Nacht im Freien Gänsehaut auslöste, nahm ich die kurze Fahrt ins benachbarte Heidelberg auf mich, wo ich für 23 Euro im Gästehaus Sudpfanne Unterschlupf fand. Das Zimmer musste ich mit einem Russen und einer Japanerin teilen, welche beide nicht sehr gesprächig waren, und so legte ich mich kurz vor Mitternacht schlafen.

Da die Übernachtung kein Frühstück beinhaltete holte ich mir am Weihnachtsmarkt um die Ecke einen Kaffee und ein Stück Lebkuchen, ehe ich mich für rund zwei Stunden den unzähligen Sehenswürdigkeiten der wunderschönen Heidelberger Altstadt widmete. Die Hauptattraktion, das Heidelberger Schloss, zählt zu den berühmtesten Ruinen Deutschlands. Es erhebt sich achtzig Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt.

Die Ruine des Heidelberger Schlosses.

Der Karlsplatz mit Blick aufs Schloss.

Gegen Mittag wurde ich von Soke abgeholt, und die Fahrt ging im Auto weiter nach Belgien. Rechtzeitig erreichten wir die Hauptstadt Brüssel, wo wir schon mal im vertrauten Billighotel der Kette "Formel 1" eincheckten. Schnurstracks ging es weiter ins rund fünfzig Kilometer entfernte Lier, wo am Abend die Begegnung zwischen der Lierse SK und dem KFC Vigor Wuitens Hamme, einem Fusionsverein zweier in Hamme angesiedelter Vereine stattfand. Das Herman Vanderpoortenstadion besteht aus vier Tribünen, von denen noch lediglich eine aus alten Zeiten stammt. Auch sie soll bald ersetzt werden, doch noch ist unklar ob das dahinterliegende Land gekauft werden kann.

Das Herman Vanderpoortenstadion in Lier.

Die Lierse-Fans.

Die Stimmung im Lierse-Fanblock war durchaus erstligawürdig. Die Fans schwenkten unzählige Fahnen und gaben auch eine Schalparade zum Besten. Zudem wurde das Heimteam während neunzig Minuten lautstark unterstützt. Die Gäste, welche nur spärlich vertreten waren, mochten in keinster Weise zu überzeugen. So kam es auch dass Lierse das Spiel mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Zum Schluss wurde die Mannschaft von rund 7'000 Zuschauern gebührend verabschiedet.

Nach einer erholsamen Nacht folgte am nächsten Tag die Fahrt nach Tienen, einer Stadt in der Provinz Flämisch-Brabant. Hier ist der KVK Tienen zu Hause, und jenes Zuhause, das Bergéstadion mitten in der Stadt, wurde über drei Stunden vor dem Spiel erreicht. Es blieb also genügend Zeit für den einen oder anderen Kaffee im gemütlichen Clublokal, und es dauerte nicht lange bis die nächsten, deutlich als Groundhopper erkennbaren Besucher eintrafen.

Zum Kick-off herrschten Temparaturen weit unter dem Gefrierpunkt, und so war es kein Wunder dass in der Halbzeitpause alle ins geheizte Clublokal strömten. In der zweiten Halbzeit lernten wir den Holländischen Groundhopper Dennis kennen und plauderten mit ihm, während die Gäste aus Namur auf dem Platz mit 1:7 untergingen. Zur Stimmung bleibt wenig zu schreiben, es war anscheinend zu kalt für jegliche Fanaktivitäten.

Die Heimfans in Tienen.

Zum Abschluss des Tages sollte sich für Soke eine Premiere ereignen: Sein erstes Eishockeyspiel stand ihm bevor. Und dazu gleich eines in Belgien, einem Land welches ganz bestimmt nicht durch sein Eishockey berühmt wurde. Und so kam es dass die Begegnung zwischen den Phantoms Deurne und Olympia Heist op den Berg vor lediglich etwa 130 Zuschauern über die Bühne ging. Gespielt wurde in der Ijsbaan Ruggeveld in Deurne, einem Stadtteil von Antwerpen. Die Eisbahn ist Teil eines Wintersportkomplexes, welcher unter Anderem auch eine künstliche Skipiste beinhaltet. Die Gäste gewannen das Spiel mit 4:1 und der Tag neigte sich dem Ende zu.

In der Eishalle in Antwerpen.

Die Heimfahrt gestaltete sich schiweriger als erwartet, denn Sokes Auto hatte Probleme mit der Heizung, und so war es bei diesen Aussentemparaturen kein Wunder dass die Scheiben gelegentlich sogar von innen vereisten. Irgendwann in der Früh erreichten wir schliesslich den Bahnhof Offenburg, etwa zwanzig ilometer südöstlich des französischen Strasbourg. Hier stieg ich in den Regionalzug welcher mich an den Badischen Bahnhof in Basel brachte, von wo aus es nicht mehr allzuweit nach Hause war.

Vier Flüge mit drei verschiedenen Airlines innert vierzig Stunden. So sah das Programm für die Rückreise aus. Von Christchurch brachte uns die Air New Zealand auf die Nordinsel, genauer in die Millionenstadt Auckland. Nach rund drei Stunden Aufenthalt folgte der erste Langstreckenflug mit der Australischen Airline Qantas. Qantas ist die älteste grosse Fluggesellschaft, bei der es noch nie einen Absturz eines Strahlflugzeuges mit Toten gab. Auch was den Boardservice angeht wurden wir mehr als nur zufrieden gestellt. Ganz im Gegensatz zum Qantas-Service an den Flughäfen.

Nachdem wir am Dienstagabend losgeflogen waren, erreichten wir dank der Zeitverschiebung den Flughafen von Los Angeles am Morgen des selben Tages. Wir flogen also in der Zeit zurück.

Viel wurde uns erzählt über die schikanösen Einreisebestimmungen in die Vereinigten Staaten von Amerika. Mit der Ausnahme das im Vorfeld ein Onlineformular für das Visa Waiver Programm ausgefüllt und bei der Einreise Fingerabdrücke abgegeben mussten werden musste, war die Einreise nicht schwieriger als in andere Länder. Unser Gepäck mussten wir kurz entgegen nehmen und durch die Zollkontrolle tragen, um es wenige Meter weiter wieder abgeben zu können.

Am Flughafen von Los Angeles.

Bisher dachten wir dass die zehn Stunden zwischen den beiden Flügen am Flughafen in L.A. verbracht werden müssen, doch plötzlich blieb doch noch genügend Zeit für einen Ausflug in die Innenstadt. Für den nächsten Flug konnten wir überraschenderweise schon am Morgen einchecken.

Mit dem kostenlosen Shuttle Bus ging es zur Metro Station, wo wir uns für 5 USD (1 USD = 1.08 SFR) eine Tageskarte kauften. Nach zweimaligem Umsteigen erreichten wir eine gute Stunde später den berühmtesten aller Stadtteile der 4 Millionen-Metropole, die Traumfabrik Hollywood. Nach einem kurzen Marsch auf dem weniger schönen Teil des Hollywood Boulevard erblickten wir den legendären Schriftzug auf den Hollywood Hills, welcher zu unserer Überraschung mit blossem Auge nur mühsam zu erkennen war. Es folgte eine kurzer Bummel auf dem Walk of Fame ehe wir uns einen richtigen Amerikanischen Double Burger in den Rachen schoben. Auf dem Rückweg stoppten wir kurz im Zentrum, und schon war der Dienstagnachmittag ein zweites Mal um.

Da unser Direktflug nach Zürich schon vor einigen Wochen gestrichen wurde brachte uns die Deutsche Lufthansa zuerst nach München. Über den Service an Bord des zweistöckigen Airbus konnten wir uns nicht beklagen, obwohl sich dieser nicht mit der Qantas messen konnte.

Der berühmteste Stadtteil von Los Angeles.

Der Walk of Fame in Hollywood.

Im Hintergrund erkennt man den weltberühmten Schriftzug in den Hollywood Hills.

Nach einem kurzen Zwischenstopp am aus meiner Sicht besten Flughafen Europas, dem Flughafen Franz Josef Strauss in München, folgte der letzte von insgesamt elf  Flügen auf unserer Reise. Die dreissig Minuten Flugzeiten reichten gerade aus für ein Abschlussbierchen. Um ca. 19:30 landeten wir schliesslich in Zürich, wo wir von Eltern, Freunden und heftigem Schneefall bereits erwartet wurden. Und so gingen David und Ich nach 149 ereignisreichen Tagen wieder getrennte Wege. Zumindest bis zur nächsten Tour zu irgendwelchen Fussballspielen.

Inzwischen sind auch die Bilder alle online: http://picasaweb.google.de/Stecki82

Wir hoffen dass Euch unsere Berichte gefallen haben und danken Euch alle für die Treue, jegliches Lob und die vielen Kommentare, welche uns unterwegs immer wieder unterhalten haben. Es bleibt uns noch Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und eine guten Rutsch ins Jahr 2009 zu wünschen.

Da David die letzte Chance auf einen Blogeintrag verpasst hat, übernehme ich auch diesen Part noch.

Nun hatte also die letzte Woche in Neuseeland begonnen. Der Montag und der Dienstag wurden wie so mancher Tag in der Stadt mit irgendwelchen Einkäufen verbracht. Schliesslich steht Weihnachten vor der Tür, was einem auch hier in jedem Schaufenster überdeutlich klargemacht wird. Und so wurden zumindest ein paar Mitbringsel für die Liebsten daheim erstanden. 

Am Mittwoch schlenderten wir zu Fuss zum Riccarton Racecourse, der Pferderennbahn unweit unseres Campingplatzes. Hier waren heute ein halbes Dutzend Pferderennen angesetzt. Nachdem wir kurz die Resultate der ersten drei Rennen begutachtet hatten, füllten wir alle zum ersten Mal in unserem Leben einen derartigen Wettschein aus. Gesetzt wurde vorsichtshalber nur 1 NZD, es ging ja nur um den Spass dabei zu sein. Diesen Dollar verloren wir dann auch alle umgehend, wenn zum Teil auch nur knapp.

Am Donnerstag war ein spezieller Tag. Am 11. Dezember 1978 erblickte irgendwo im Schwabenländle ein gewisser Ralf B. das Licht der Welt. Dieser runde Jahrestag unseres Gastgebers musste natürlich ausgiebig gefeiert werden. Schon zum Frühstück gab es Champagner, und am Abend folgte ein ebenso leckeres wie teures Essen im Dux de Lux, DEM In-Lokal der Stadt. Anschliessend folgte ein Live-Konzert im dazugehörigen Pub, welches bereits zum zweiten Mal als das beste des Landes ausgezeichnet wurde. 

Auf dem Riccarton Racecourse in Christchurch.

Fuer die nächsten drei Tage hatten wir uns ein Auto gemietet, da der gute Hannibal leider nur drei Sitzplätze hat. Als erstes stand ein Ausflug nach Akaroa auf dem Programm, einem kleinen Hafenstädtchen mit französischem Flair. Zum Abschluss des Spaziergangs durch die Strassen mit französichen Namen gönnten wir uns eine preisgekrönte Portion Fish & Chips am Meer, ehe es zurück zum Camping ging. 

Auf dem Weg nach Akaroa.

Möven vor dem Fish & Chips-Restaurant in Akaroa.

Gestern stand endlich der Ausflug zum Arthur's Pass an, einer Passhöhe in den Neuseeländischen Alpen. Das Panorama war beeindruckend, obschon es für einen Schweizer nichts Neues war. Auf einem Parkplatz trafen wir auf einen Kea, einen doch recht grossen, aber zutraulichen Vogel, der es auf jeglich Art Essen abgesehen hat. Auf dem Rückweg besuchten wir kurz das winzige Städtchen Springfield. Ein Stopp dort würde sich eigentlich kaum lohnen, würde die Stadt nicht denselben Namen tragen wie der Wohnort der Simpsons in der gleichnamigen Kultfernsehserie. So wurden einige Bilder vor dem Ortsschild und vor einem riesigen Donut geschossen, welcher der Stadt anlässlich des Kinostarts des Simpsons-Movie überreicht wurde. 

Auf dem Weg zum Arthur's Pass.

Brücke am Arthur's Pass.

Ein Kea, eine Gefahr für unseren Mietwagen.

Zwischenhalt in Springfield.

Vor wenigen Minuten sind die anderen drei auf eine weitere Erkundungstour mit dem Mietwagen aufgebrochen. Ich entschied mich den letzten Tag in Ruhe zu verbringen und gönne mir am Nachmittag einen Besuch im Kiwi House. Schliesslich möchte ich den nachtaktiven Nationalvogel Neuseelands mindestens einmal lebendig zu Gesicht bekommen, wenn auch leider nicht in freier Wildbahn. 

Morgen geht es dann los mit unserer vierzigstündigen Heimreise. Nach vier Flügen werden wir Zürich am Mittwochabend um 19:15 via Auckland, Los Angeles und München erreichen. Den nächsten Blogeintrag gibt es erst wieder in der kalten Schweiz. An dieser Stelle möchten wir Ariane und Ralf noch einnmal ganz herzlich für die Gastfreundschaft und das leckere Essen bedanken.

Weitere Berichte und Fotos gibt es uebrigens bei Ariane und Ralf auf http://www.kiwis2008.de

 

Fussball, Neuseeland, Premier League, neuer Ground und Länderpunkt
07.12.08 Canterbury United FC - Team Wellington
2:2 (1:0), ca. 500 Zuschauer, English Park Stadium, Christchurch

Gestern war es also endlich soweit: Mit dem Besuch des Erstligaspieles zwischen Canterbury United FC und Team Wellington sollte der letzte Länderpunkt und zugleich der letzte Ground unserer inzwischen viereinhalbmonatigen Reise fallen. Das wir zum Fussball fahren war für die Rugby- und Cricketverrückten Einheimischen ohnehin nicht verständlich, dass wir dies aber taten während in der Innenstadt die grosse Santa Parade stattfand löste bei ihnen nur noch Kopfschütteln aus. 

Mit dem Bus machten wir uns noch zu viert auf in die City. Nachdem die Fahrt wegen dem grossen Verkehrsaufkommen rund drei Mal länger dauerte, stieg Ariane zwischendurch aus. Wir drei wollten zwar bis zum City Exchange fahren und dort umsteigen, doch der Busfahrer schmiss uns vorher raus, so dass wir die cirka drei Kilometer zum English Park Stadium zu Fuss zurücklegen mussten. 

Rund eine halbe Stunde vor Spielbeginn standen wir also vor dem "Dragon's Den", der Heimstätte des Canterbury FC, dem letztplatzierten der höchsten Spielklasse des Landes. In Neuseeland ist es üblich dass die Fussballteams nach der Region, und nicht nach der Stadt benannt werden. Daher Canterbury anstelle von Christchurch. Wir zahlten brav den Studententarif von 5 NZD Eintritt, und erhielten dafür jeder ein Programmheft, zwei Tattoos und einen Gutschein für eine Bar direkt neben unserem Zeltplatz im Wert von 10 NZD. Wenn das mal kein guter Deal war. 

Am Eingang des Dragon's Den.

Neben uns hatten rund fünfhundert Schaulustige den Weg ins schmucke Kleinstadion gefunden. Platz nehmen durfte man auf der einzigen Tribüne des Neubaus. Im Bierzelt nebenan konnte man den heimischen Gerstensaft für unschlagbare 3 NZD für ein Grosses erstehen. So waren auch die an diesem Tage heissen Temperaturen ohne Probleme zu ertragen. 

Das Spiel begann und die Hausherren taten von Anfang an alles um endlich den ersten Sieg der Saison ins Trockene zu bringen. Eine Woche zuvor wurde man auswärts schon mal mit einem Punkt gegen den amtierenden Meister Waitakere United FC belohnt. Nach wenigen Minuten schien der Bann gebrochen und der Torhüter der  Gäste von der Nordinsel musste ein erstes Mal hinter sich greifen. Für den Treffer sorgten diese sogar selber via Hinterkopf eines Verteidigers. 

Das English Park Stadium in Christchurch.

Ralf und Ich im Inneren der Tribüne.

Es blieb beim verdienten Pausenstand von 1:0. Das Resultat hätte durchaus auch höher lauten dürfen. Nach dem Pausentee traten die Spieler aus der Hauptstadt etwas energischer an, die besseren Torchancen hatte jedoch nach wie vor die Dragons. Etwas überraschend kam dann plötzlich der Augleich, welchem Sekunden später ein weiteres Tor folgte. Enttäuscht verliessen die ersten Fans Minuten vor dem Schlusspfiff den Ort des Geschehens und verpassten somit den erneuten Ausgleich in der 94. Minute. 

Das Spiel war zu Ende und alle waren zufrieden. Wir gönnten uns noch ein letztes Bierchen in der Stadionkneipe und plauderten mit einem dicklichen Herrn in Shorts hinter der Bar über seine Reise an die Fussballweltmeisterschaft nach Deutschland. Es stellte sich heraus dass es sich dabei um den Vereinspräsidenten handelte. Wir wurden aufgefordert uns einen Teller zu schnappen und uns zusammen mit den Spielern am köstlichen, aber knapp bemessenen Buffet zu bedienen. Auffallend war, dass die Gäste von der Nordinsel lieber Heineken tranken als das Bier von der Südinsel. 

Das Pier in New Brighton.

Das Pier in New Brighton.

Heute stand ein kleiner Ausflug mit dem Stadtbus nach New Brighton auf dem Programm. Hier steht schon seit 1894 ein riesiges Pier, welches im November 1997 neu errichtet wurde. Rund 300 Meter ragt die Betonplattform in die heute sehr stürmische Brandung. Ausser dem Pier hatte das kleine Städtchen am Stadtrand leider wenig zu bieten und das Wetter wollte auch nicht mitspielen. So fuhren wir zurück zum Camping und schauten uns einige Folgen der Comedyreihe "Pastewka" auf dem Laptop von Ariane und Ralf an.

Nun verweilen wir also schon seit fast einer Woche auf der Südinsel Neuseelands. Der Flug mit der Pacific Blue von Sydney aus war eigentlich recht angenehm, auch wenn es beim einchecken erneut ein kleines Problem mit dem Papierkram gab. Rund dreieinhalb Stunden dauerte der Flug, auf welchem wir aufgrund fehlenden Bargeldes nicht einmal mehr einen Kaffee bekamen.

Ariane, Ralf und David und im Hintergrund Hannibal.

Nach der strengen Einreisekontrolle am Flughafen in Christchurch wurden wir von Ariane und Ralf begrüsst, welche schon seit einem Jahr in Neuseeland leben und zuvor auch gearbeitet hatten. Mit ihrem Mitsubishi-Van "Hannibal" ging es zu einem nahegelegenen Campingplatz, wo wir uns gleich schlafen legten, wir zwei im Zelt, Ariane und Ralf im Hannibal.

Die Bridge of Rememberance in Christchurch.

Ein historisches Tram in der Einkaufspassage von Christchurch.

Ein wunderschöner Park in Christchurch.

In den darauffolgenden Tagen wurde die wunderschöne Stadt Christchurch, die Hauptstadt der Region Canterbury genauer unter die Lupe genommen. Zu den Highlights der Innenstadt zählen zweifelsohne die unzähligen historischen Gebäude, die liebevoll restaurierten Trams sowie die Kathedrale im neogotischen Stil, dessen 63 Meter hoher Glockenturm später zu Fuss erklommen wurde. 134 Stufen waren es bis zum Aussichtsbalkon. Die Aussicht liess aufgrund der umliegenden Hochhäuser jedoch zu wünschen übrig. Weitere sehenswerte Orte wie die Art Gallery oder der botanische Garten sorgen dafür, dass es in dieser Stadt niemandem langweilig wird.

Am Freitag fuhren wir mit dem Stadtbus nach Lyttelton, dem Hafenstädtchen etwas ausserhalb von Christchurch. Allzuviel hat der Hafen nicht zu bieten, die Aussicht von den Hängen des Vulkankraters auf das Hafenbecken ist jedoch phänomenal. Der eigentliche Höhepunkt des Hafens, der "Time Ball" erwies sich jedoch als riesiger Flop. Einmal täglich, um 13:00, also um Mitternacht nach Greenwich Mean Time, steigt eine Kugel zur Spitze eines Turmes, von wo sie dann lautlos herunterfällt. Nach dieser hatten die Seefahrer des vorletzten Jahrhunderts im Hafen jeweils ihre Uhren gestellt.

Der Hafen von Lyttelton.

Containerschiff im Hafen von Lyttelton.

Die Temperaturen sind in Neuseeland merklich kühler als noch in Australien. Teilweise weht einem eisige Polarluft entgegen. Schliesslich liegt Christchurch nicht weit vom Südpol, und dient als Ausgangspunkt nahezu aller Antarktisexpeditionen. Diese werden im Antarctic Centre beim Flughafen dokumentiert, welches wir vielleicht auch noch besuchen werden.

Was das Preisniveau angeht ist Neuseeland deutlich günstiger als Australien, was unter anderem auch am für uns sehr interessanten Kurs des Neuseeländischen Dollars liegt. Einen NZD bekommt man für rund 0.67 Schweizer Franken. Um einige Preisbeispiele zu nennen: Die Nacht auf dem Camping kostet pro Person 13 NZD, eine (leckere) Bratwurst gibt es ab 4 NZD, ein Bier in der Bar kostet pro Pint etwa 7 NZD und ein Kaesefondue im Schweizerischen Restaurant wird für 25 NZD pro Maul verkauft. Für die Fahrt mit dem Bus in die Innenstadt bezahlen wir dank unserer Metro Card nur 2.10 NZD, wobei man nie mehr also 4.20 NZD pro Tag bezahlen muss. Ab zwei Fahrten hat man also eine Tageskarte.

Die Geschäfte in der Innenstadt schliessen überraschend früh, während die riesigen Supermärkte teilweise bis Mitternacht geöffnet haben (auch Sonntags und an Weihnachten).

Da wir hier auf dem Camping genügend Platz und auch die nötige Ausrüstung haben, wird am Abend wieder richtig gekocht. Vorbei sind also die Zeiten in denen es zum Frühstück eine Packung Tim Tam's, zum Mittagessen Pies und am Abend Büchsenspaghetti gab. Gestern jedoch liessen wir das Kochen sein und gönnten uns einen Wein-und Käseabend. Dieser wurde anschliessend im Irish Pub verlängert, wo eine geniale Live Band ihr Können unter Beweis stellte.

David, Ralf und Ariane beim Frühstück auf dem Camping in Riccarton.

Nun folgt also das Wochenende, an dem natürlich auch hier der "Samichlaustag" und der zweite Advent gefeiert wird. Bemerkbar macht sich dieser durch verkleidete Nikoläuse in der Fussgängerzone, kitschige Weihnachtsdekorationen in den Schaufenstern und die grosse Santa Parade am Sonntag. Ariane wird sich diese wohl anschauen, die Herren der Schöpfung zieht es hingegen eher ins örtliche Fussballstadion, wo ein Kräftemessen der beiden letztplatzierten der obersten Neuseeländischen Liga auf dem Programm steht.

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